Fünf Fragen an Thomas Braus, im Erfolgsmusical „My Fair Lady“ zu erleben als Henry Higgins.

Du stehst in ›My Fair Lady‹ als exzentrischer Sprachforscher Henry Higgins auf der Bühne. In ›Pension Schöller‹, erlebt das Publikum mit Herrn Schöller eine Person, die für Higgins sicher eine tragikomische Lebensaufgabe wäre. Was reizt dich an solchen Rollen?

Als Schauspieler ist es immer spannend für mich, nicht die glatten Charaktere und eindeutigen Chargen zu spielen, sondern Figuren, die in sich widersprüchlich sind. Das ist auch so bei Henry Higgins. Er ist ein Sprachnerd, man könnte auch sagen Freak aber dahinter steckt etwas Anderes, das sich erst im Laufe des Stücks zeigt. Mich interessiert dabei die Frage, wo entwickelt sich die Figur hin? Am Anfang kann man diese Figur klar einordnen aber dann zeigt sich, dass Higgins sich nicht so einfach einordnen lässt. Es geht mir immer um die Suche nach dem Porösen, nie um das Gradlinige. Ich mag die Auseinandersetzung mit Abgründen.

„My Fair Lady“ ist bis heute eines der meistgespielten Musicals überhaupt. Was macht das Stück so beliebt?

Zum einen die Musik. Im Unterschied zum Schauspiel hat die Musik einfach einen großen Stellenwert. Aber auch die klassische Komödie, wie die Klapptürenkomödie. In diese Kategorie gehört ›My Fair Lady‹. Eine gut gebaute Musicalkomödie mit einer guten Komödienstruktur. 

Stichwort spartenübergreifende Zusammenarbeit Schauspiel, Oper. Wächst hier wieder etwas zusammen?

Ja, da muss wieder etwas zusammenwachsen, was schon einmal zusammengehörte. Ich kenne ja die Zeiten, in denen es zusammen sehr gut funktioniert hat. Das zeigt auch, wie schnell so etwas kaputt gehen kann. Es ist Arbeit, dass das wieder zusammenwächst. Diese Zusammenarbeit streben wir an, aber es ist auch ein Prozess.

Du bist seit 15 Jahren Schauspieler hier im Ensemble, seit der Spielzeit 17/18 Intendant des Schauspiels. Als Intendant stehst du weiter auf der Bühne. Wie erlebst du diese Doppelrolle?

Das ist schwierig zu beantworten ist. Ich es mir schwerer vorgestellt, da hineinzuwachsen. Wenn ich probe, dann probe ich und konzentriere mich auf die künstlerische Arbeit. Da spreche ich auch mit niemandem als Intendant. Das gelingt mir eigentlich weitgehend. Die andere Seite der Rolle, die Intendanten-Rolle, ist für mich natürlich neu. Da bin ich tatsächlich auch Lernender d.h. ich sehe mich immer noch jeden Tag vor neuen Herausforderungen. Es ist aber auch eine schöne Aufgabe, neue Seiten zu entdecken.


Mit: Nadine Stöneberg, Dagmar Hessenland, Angela H. Fischer, Thomas Braus / Cusch Jung, Sangmin Jeon / Mark Bowman-Hester, Sebastian Campione u.a. 
Musikalische Leitung: Michael Cook / Markus Baisch;
Inszenierung und Choreographie: Cusch Jung;
Bühne: Christoph Weyers;
Kostüme: Sven Bindseil
Chor: Markus Baisch
Weitere Vorstellungen: 18.2., und am 25.3.2018

Die Aufführung ist eine Übernahme vom Pfalztheater Kaiserslautern.

Der exzentrische Sprachforscher Henry Higgins trifft auf das Bauernmädchen Eliza Doolitle. Higgins ist von ihrer ordinären Sprache ebenso fasziniert wie abgestoßen. Eliza bittet ihn um Sprachunterricht und wird zum Gegenstand einer Wette: Der eitle Higgins will beweisen, das er Eliza in kürzester Zeit zu einer echten Dame machen kann ...

Weitere Vorstellungen im Opernhaus:

Sa. 25. November 2017 19:30 Uhr - Tickets kaufen
Sa. 30. Dezember 2017 19:30 Uhr - Tickets kaufen
So. 31. Dezember 2017 15:00 Uhr - Tickets kaufen
So. 31. Dezember 2017 20:30 Uhr - Tickets kaufen
Fr. 12. Januar 2018 19:30 Uhr - Tickets kaufen
So. 18. Februar 2018 19:00 Uhr - Tickets kaufen
So. 25. März 2018 16:00 Uhr - Tickets kaufen