Mit dem Thema Forensik in Wuppertal hat die „Allianz für Wuppertal“ (AfW) die Verwaltung mit einer Kleinen Anfrage konfrontiert. Die Antwort, so die Ratsgruppe, sei unbefriedigend gewesen und lasse auf Desinteresse schließen.

Ralf Wegener, Vorsitzender der aus zwei Stadtverordneten bestehenden Ratsgruppe: „Unsere Anfrage wurde leider nur ausweichend beantwortet. So verweist man mehrfach auf Ansprechpartner der Landesregierung, da eigene Informationen nicht vorliegen. Es sollte eigentlich im eigenen Interesse der Stadt Wuppertal liegen, über den Schwerpunkt der Forensik und über eine spätere Nachsorge der Patienten Bescheid zu wissen. Man weiß genau, wen man fragen müsste, tut es aber nicht – stärker kann man sein Desinteresse kaum betonen. Gestaltende Politik sieht anders aus.“

Wohnortnähe spielt plötzlich keine Rolle mehr

Mit Erstaunen nimmt die AfW außerdem zur Kenntnis, dass eine wohnortnahe Behandlung der Patienten angeblich überhaupt keine Rolle spielt. Dies wurde, so die AfW, bisher immer als ein Hauptargument für eine Forensik im Landgerichtsbezirk Wuppertal vorgebracht. So habe die Gesundheitsministerin der Grünen, Barbara Steffens, klar gesagt: „Aber nicht alle Regionen sind bislang an der Behandlung und Unterbringung dieser Menschen beteiligt. Deshalb werden die fünf neuen forensischen Kliniken in den Landgerichtsbezirken errichtet, wo die Versorgungslücken am deutlichsten sind. Dies ist auch deshalb notwendig, weil eine wohnortnahe Unterbringung den Therapieerfolg fördern kann".

Das Fazit der Allianz: „Die Stadtverwaltung beschäftigt sich nicht angemessen mit dem Thema Forensik in Wuppertal und nimmt ohne feststellbares Engagement alles kritiklos hin, was aus Düsseldorf diktiert wird.“