Ob nun in Barmen oder in Elberfeld, ein Bummel durch die Fußgängerzonen macht deutlich: Der Einzelhandel stellt sich bereits auf das Weihnachtsgeschäft ein. Für einige Branchen aber werden auch in diesem Jahr die Weihnachtsumsätze weiter rückläufig sein. Der Online-Handel nagt seit Jahren am Umsatz vieler Geschäfte.

Prognosen des Handelsverband Deutschland (HDE) bestätigen den Trend. Für 2017 rechnet der HDE mit einem insgesamt überschaubaren Umsatzplus von zwei Prozent auf 492 Milliarden Euro, doch der Online-Handel dürfte wieder einmal zweistellig zulegen: um elf Prozent auf 48,8 Milliarden Euro.

Elektrogeräte und Computer besorgen sich die Kunden bereits zu 52 Prozent über das Internet, bei Textilien und Schuhen sind es 43 Prozent. Die geringste Quote an Onlinekäufen weist in Deutschland weiterhin der Lebensmittel- und Getränkehandel mit nur sieben Prozent auf, so die Ergebnisse einer neuen bundesweiten Befragung des HDE. Über den gesamten Einzelhandel hinweg sind es zwar nur rund zehn Prozent, aber der Anteil des Online-Handels wird vermutlich jährlich zwischen vier und neun Prozent zunehmen, so die Studie „Trends im Handel 2025“

Und der Online-Handel investiert. Allen voran Amazon. Erst am vergangenen Freitag (20.10.) hat der amerikanische Logistikkonzern auf dem Gelände der ehemaligen Westfalenhütte in Dortmund auf über 45.000 Quadratmetern  Europas größtes automatisiertes Umverteilungszentrum eröffnet. Von hier werden keine Kunden beliefert, sondern 29 weitere Amazon Logistikzentren. Unter anderem auch das im nahegelegenen Werne. 45 Millionen Euro flossen nach eigenen Angaben dieses Jahr in neue Amazon Logistikzentren allein im Ruhrgebiet. 

Eines hat die HDE-Umfrage aber auch deutlich gemacht: Trotz wachsender Konkurrenz durch Internet- und Versandhandel ist es drei von vier Kunden „auch in Zukunft wichtig, im Laden einkaufen zu können“. 

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