Als einen Versuch, sich „auf möglichst elegante Art und Weise“ aus einem maroden Objekt zurück zu ziehen, hat der CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Müller die Ankündigung der Deutschen Bahn AG bezeichnet, das Bahnhofs- und die Nebengebäude am Döppersberg verkaufen zu wollen. Jetzt, wo die Bahn eigentlich „am Zug“ wäre, stehle sie sich bei Nacht und Nebel aus der Verantwortung. „Das Bahnhofsgebäude befindet sich in einem absolut maroden Zustand und der Sanierungsbedarf ist zurzeit vollkommen unkalkulierbar“, glaubt Müller die Gründe zu kennen. "Offenbar handelt es sich um ein Fass ohne Boden."

Müller weiter: „Jahrelang hat die Bahn uns über ihre Pläne im Unklaren gelassen.“ Nun verabschiede sich die Bahn plötzlich aus der Verpflichtung für den Wuppertaler Hauptbahnhof, während sie in anderen Städten, wie etwa in Stuttgart, Milliarden in Maßnahmen investiere, deren Sinnhaftigkeit man durchaus in Zweifel ziehen könne.

Im Rahmen des Döppersberg-Umbaus hatte die Stadt sich sogar bereit erklärt, die Kosten für die Fassadenerneuerung des einst schmucken Bahnhofsgebäudes zu übernehmen. Jetzt plötzlich tritt die Bahn die Flucht nach vorne an und versucht sich aus der Verantwortung zu stehlen. Ob nun aus Unfähigkeit oder Desinteresse sei dahingestellt. Müller: „Das ist kein Umgang miteinander, hoffentlich läuft uns jetzt bei der Sanierung des Bahnhofsgebäudes nicht die Zeit davon!“