Wilhelm Vorwerk würde sich wohl im Grabe umdrehen, wenn er das Drama um die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Wuppertal miterleben müsste. Der Sohn von Adolf Vorwerk war nämlich 1937 der Gründer des Unternehmens, das sich mit der Errichtung und der Bewirtschaftung von Arbeiterwohnungen beschäftigte.

Die inzwischen mit rund 300 Millionen Euro stark verschuldete Gesellschaft muss – nicht zum ersten Mal – von ihrer Haupteigentümerin, der Stadt Wuppertal, gerettet werden.

Stadtkämmerer Johannes Slawig will, dass der Stadtrat sich bis zu seiner Sitzung Ende  September (da wird der Doppelhaushalt eingebracht) zu entscheiden: Emtweder für einen Verkauf oder die Sanierung. Beides würde allerdings den städtischen Haushalt mit rund zwei Millionen Euro jährlich belasten. Ohne Hilfe müsste die GWG voraussichtlich gegen Ostern 2018 Insolvenz anmelden.

Allerdings handelt es sich bei dieser Entscheidung um eine zwischen Pest und Chloera. Denn ein Verkauf dürfte einen negativen Kaufpreis „erbringen“, die Stadt müsste in zweistelliger Millionenhöhe draufzahlen. Außerdem würden rund 55 Millionen Euro Bürgschaften fällig.

Die zweite Variante besteht darin, der GWG mit einer Finanzspritze sowie der Übertragung von Gewerbeobjekten aus dem Bestand einer anderen Stadttochter unter die Arme zu greifen. Beide Varianten stehen in einem Gutachten, das eine renommierte Beratungsfirma erstellt hat: Auch die zweite kostet die Stadt jährlich 2 Millionen Euro. Mehr will der Kämmerer keinesfalls aufwänden. „Mehr kann die Stadt nicht verkraften“, erklärte er in der Mittwochausgabe der WDR-Lokalzeit.

Foto: GWG-Verwaltung in Elberfeld (Foto: Atamari / Wikipedia CC BY-SA 3.0