Der Kaufhof in der Elberfelder Neumarkstraße blickt auf eine lange Tradition zurück. Hier eröffnete bereits 1912 Leonhard Tietz nach französischem Vorbild ein Mehrabteilungskaufhaus. Ein Warenhaus, das aufgrund der immensen Angebotsvielfalt den Menschen damals ein völlig neues Einkaufserlebnis bot.Heute ist das Kaufhaus-Konzept „alles unter einem Dach“ längst aus der Mode gekommen. Warenhäuser stecken seit Jahren in der Krise. Für die Warenhauskette Kaufhof bedeutet das:  Wechselnde Eigentümer, hohe Verluste im laufenden Geschäft, enger Kreditrahmen und immer neue Sparprogramme.

Ein solches Sparprogramm werden wohl nun auch die Kaufhof-Mitarbeiter zu spüren bekommen. Wie das „manager-magazin“ in seiner neusten Ausgabe berichtet, steht die Konzernmutter, die kanadische Hudson’s Bay Company (HBC) bei seiner deutschen Tochter Galeria Kaufhof mit einem dreistelligen Millionenbetrag in der Kreide. Das pikante daran: Weil die HBC beim Kaufhof weit tiefer in die Kasse gegriffen hat als bislang bekannt, soll jetzt die Belegschaft dafür zahlen und so mithelfen, ihren Kaufhof aus der Krise zu führen.

Wie das „manager-magazin“ dazu weiter berichtet, sollen die rund 20 000 Kauf­hof-Mit­ar­bei­ter in Deutsch­land in den nächs­ten drei Jah­ren mehr ar­bei­ten, aber we­ni­ger ver­die­nen. 60 bis 100 Mil­lio­nen Euro will Ga­le­ria jähr­lich an Per­so­nal­kos­ten ein­spa­ren. Die Mitarbeiter sollen so ihren finanziellen Beitrag zur Sanierung des Handelshauses leisten, wird die Geschäftsführung des kriselnden Handelskonzerns zitiert. Die Gewerkschaft Verdi ist aufgefordert worden, über den Abschluss eines so genannten "Sanierungstarifvertrags" zu verhandeln.

Bei den Mitarbeitern in der Neumarktstraße haben die schlechten Nachrichten bereits für erhebliche Unruhe gesorgt. Weihnachten steht vor der Tür und wieder steht die Frage im Raum: Wie sicher ist mein Arbeitsplatz? Denn wenn Ver­di sich quer­ stel­le, so das im Raum ste­hen­de Sze­na­rio, kön­ne Kaufhof ge­zwun­gen sein, meh­re­re Tau­send Ar­beits­plät­ze ab­zu­bau­en“, weiß das „manager-magazin“.

-ulb-