Die Zukunft bleibt düster: Wuppertals Kaufhof-Mitarbeitet werden sich weiter auf Lohnverzicht einstellen müssen. Zwar scheint sich ein Kompromiss im Existenzkampf des Warenhauskonzerns anzudeuten, denn die Gewerkschaft Verdi ließ mitteilen, man werde sich aller Voraussicht nach bis Ende Juni mit dem Management auf Eckpunkte einer Neuausrichtung verständigen. Doch Voraussetzung dafür bleibt für den Kaufhofvorstand weiterhin eine Beteiligung der Arbeitnehmer an der Sanierung. Im Klartext: Er will die Lohnkosten drücken. "Nur mit deutlich geringeren Personalkosten können wir eine nachhaltige Trendwende bei Galeria Kaufhof schaffen", zitiert das manager-magazin Kaufhof-Chef Roland Neuwald, der auf einen Sanierungstarifvertrag pocht. Galeria Kaufhof sieht auch weiterhin den Grund für die betriebswirtschaftliche Schieflage vor allem in den aus ihrer Sicht zu hohen Personalkosten.

Allein mit Kostensenkungen zu Lasten der Arbeitnehmer wird eine Sanierung nicht gelingen, prophezeit  der Brancheninformationsdienst „marktintern“. Zumal der Kaufhof die Personaldecke in den Filialen schon so weit ausgedünnt hat, „dass die mangelnde Service-Qualität wieder Umsatz kosten dürfte.“ Das Endergebnis:  Weitere Verluste, die nächste Sparrunde, wieder Entlassungen und noch weniger Umsatz auch aufgrund unzufriedener Kunden. Kaputtsparen sei jedenfalls kein Mittel gegen die Onlinekonkurrenz, so der Branchendienst.

Der Warenhauskonzern war 2015 vom börsennotierten nordamerikanischen Handelsriesen HBC übernommen worden. HBC hatte in der Vergangenheit Übernahme-Angebote des Karstadt-Eigners Rene Benko für den Kaufhof ausgeschlagen.