Kostenlose Nutzung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV): Mit dieser Idee will Bundesumweltministerin Barbara Hendricks die Schadstoffbelastung in deutschen Städten senken. Auch wenn Wuppertal nicht zu den fünf vorgeschlagenen Testkommunen zählen, finden Stadt und Wuppertaler Stadtwerke (WSW) die Idee zwar gut, befürworten den Test auch, zweifeln aber an der praktischen Umsetzung. Hauptgrund ist die Finanzierungsfrage. Für die Stadt als Auftraggeber wäre ein kostenloser Nahverkehr angesichts von kalkulierten Kosten in Höhe von 110 Millionen Euro pro Jahr nicht bezahlbar.

Ganz neu ist die Idee indes nicht. Schon seit einige Jahren gibt es in Wuppertal die Initiative „Bürgerticket“, die zwar keinen kostenlosen, aber einen kostengünstigen, solidarisch finanzierten ÖPNV anstrebt – vergleichbar mit dem über den Semesterbeitrag von allen Studenten finanzierten „Semester-Ticket“.

Auch Holger Stephan, Pressesprecher der WSW, kennt die Pläne der Bürgerticket-Befürworter um Jan Niko Kirschbaum. „Die Idee ist nicht neu, aber letztlich eine politische Forderung“, sagte er im WDR. „Zentral ist: wer soll das bezahlen? Wir als Unternehmen können's nicht, da muss sich die Politik Gedanken machen.“