Für Branchenkenner kommt der Wechsel in der Führungsetage der Rheinischen Post und das damit verbundene Aus für den Vorsitzenden der Geschäftsführung, Dr. Karl Hans Arnold, nicht  überraschend (wuppertal-total.de berichtete Montag (19.3.) ausführlich). In einem Interview, das die 1. stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates der „Rheinische Post Mediengruppe“, Irene Wenderoth-Alt, während ihres Aufenthaltes in Silicon Vally gab, bemängelte sie bereits 2016 die überkommenen und festgefahrenen Strukturen ihres Unternehmens. Schon damals in Kalifornien forderte sie einen konsequenten Wechsel in der Unternehmenskultur. Dazu brauche es unter anderem vermehrt junge Leute mit entsprechenden Kenntnissen, die einen solchen Wechsel einleiten könnten. Man habe nicht mehr viel Zeit und „das Problem, dass uns junge Menschen verlassen“, so Irene Wenderoth-Alt in dem Interview. „Sie mögen woanders weniger verdienen, aber dort können sie dann einiges bewegen und stecken nicht fest in einer hierarchischen Organisation.“ Ein dickes Lob gab es für den Chefredakteur der Rheinischen Post, Michael Bröcker. Manche Abteilungen seien ihr einfach zu langsam und „hinken weit der Realität hinterher.“ Oder seien gar nicht existent, wie etwa das Marketing.

Schon damals eine schallende Ohrfeige für die Geschäftsführung, allen voran für den Vorsitzenden, Dr. Karl Hans Arnold. Der nimmt nun Ende März seinen Hut.