Der Arbeitgeberverband der Metallindustrie von Wuppertal und Niederberg warnt die IG Metall, die Tarifrunde 2018 mit überzogenen Warnstreiks unnötig anzuheizen. Für Mittwoch (10. Januar) hat die Gewerkschaft in Wuppertaler Betrieben zur Arbeitsniederlegung aufgerufen und eine Kundgebung vor den Werkstoren von Vorwerk Elektro in Laake angekündigt (wir berichteten).

Der Verbands-Vorsitzende, Frank Preißner (Foto links; Quelle: Jürgen Steidel/VBU), weist darauf hin, dass Warnstreiks angesichts der sensiblen internationalen Wertschöpfungsketten die weltweit anerkannte Lieferverlässlichkeit der Unternehmen gefährden. Die Gewerkschaft vergebe außerdem die Chance, Verhandlungen in einer vernünftigen und sachgerechten Atmosphäre fortzuführen. Warnstreiks machten eine Lösung des Tarifstreits nicht leichter. „Ich erwarte, dass sich die Gewerkschaft am Verhandlungstisch und nicht auf der Straße bewegt“, sagte Preißner. Im Übrigen mache der Zeitpunkt der Streiks deutlich, dass sie nichts mit dem Verhandlungsstand zu tun haben, denn die IG Metall rufe bereits unmittelbar nach Ablauf der Friedenspflicht dazu auf.

„Wirklichkeitsfremd und diskriminierend“

Als „wirklichkeitsfremd und diskriminierend“ bezeichnet der Verbandsvorsitzende die Forderung der Gewerkschaft nach einem Teillohnausgleich für ausgewählte Beschäftigtengruppen, die ihre Arbeitszeit vorübergehend absenken wollten. Diese Ungleichbehandlung könnte rechtswidrig sein. Folglich wären auch Streiks zur Durchsetzung dieser Forderung nicht rechtmäßig. „Die Metallarbeitgeber sind nach wie vor zu lösungsorientierten Gesprächen bereit“, betonte Preißner. Die IG Metall sollte in der laufenden Tarifrunde auch die Zukunftsfähigkeit des Flächentarifs nicht aus dem Auge verlieren. Anders als noch vor Jahren müsse der Flächentarifvertrag den Mitgliedsunternehmen in jeder Tarifrunde aufs Neue beweisen, dass er die beste Alternative für die Regelungen der Arbeitsbeziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ist. Der IG Metall müsse bewusst sein, dass ein Paket von überhöhten Entgeltforderungen, kürzeren Arbeitszeiten für alle mit teilweisem Lohnausgleich und der Androhung von 24-Stunden-Streiks keine Werbeveranstaltung für die Tarifbindung sei.