Dieselfahrverbote sind umstritten, drohen aber, um die Umweltbelastung durch Stickoxide in den Griff zu bekommen. Sie schaden Wirtschaft, Pendlern und allen, die auf ihre Dieselfahrzeuge angewiesen sind. „Damit treffen sie die völlig Falschen“, stellt Wuppertals Oberbürgermeister Andreas Mucke fest. „Denn Verursacher der Misere sind die Automobilhersteller, die auf Kosten ihrer Kunden immer weiter die Abgaswerte manipuliert haben.“

Daher will er gemeinsam mit den Fachleuten der Verwaltung und den Stadttöchter AWG und WSW alles tun, um ohne Fahrverbote die Grenzwerte für Stickoxidbelastung in der Luft einzuhalten. „Ziel“, so Andreas Mucke, „muss es sein, gerichtlich erzwungene Fahrverbote zu vermeiden, indem wir unter Beweis stellen, dass auf kommunaler Ebene sehr viel für bessere Luft getan wird.“

Bereits im Oktober 2017 hatte der OB Vertreter der Bergischen Universität und des Wuppertal Institutes, der IHK und der Kreishandwerkerschaft, der Wuppertaler Verkehrs- und Umweltverbände, von Politik und Verwaltung, WSW und AWG zu einem „Runden Tisch nachhaltige Mobilität“ ins Rathaus gebeten. Ein erstes Maßnahmenpapier wurde bereits von der Fachverwaltung an die Bezirksregierung zur Fortschreibung des Luftreinhalteplans gemeldet.

Zu diesen Maßnahmen gehört ein Maßnahmen-Bündel, darin unter anderem die weitere Umstellung des städtischen Fuhrparks auf E-Mobilität und der Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Mobile. Zu den Projekten gehört außerdem die Einführung eines adaptiven Verkehrsmanagements, das Umweltdaten in Echtzeit als Grundlage für eine proaktiven, digitale Ampelsteuerung einbezieht.

„Dazu brauchen wir aber auch finanzielle Mittel von Bund und Land, die über das Volumen des Diesel-Fonds deutlich hinausgehen“, betont Mucke, „denn die Mittel aus dem Sofortprogramm werden nicht ausreichen, um die Projekte aller Kommunen zu finanzieren.“