Die Mediengruppe Rheinische Post geht weiter auf Einkaufstour. Obwohl der Deal mit der Westdeutschen Zeitung noch nicht endgültig in trockenen Tüchern ist, lockte schon das nächste Objekt der Begierde. Wie das Medienportal turi2 mitteilte, kauft die Düsseldorfer Mediengruppe alle Anteile der Bonner Zeitungsdruckerei und Verlagsanstalt Neusser, zu der unter anderem auch der „Bonner Generalanzeiger“ gehört. Die Rheinische Post erwirbt damit auch Anzeigenblätter und Anteile an Radio NRW. Der Kauf bedarf noch der Zustimmung des Bundeskartellamtes, über Details haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart. Über mögliche Folgen für die Mitarbeiter des General-Anzeigers wurde zunächst nichts bekannt.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) reagierte zurückhaltend: „Wir setzen darauf, dass die Vollredaktion beim Bonner General-Anzeiger erhalten bleibt“, kommentiert DJV-Landesvorsitzender Frank Stach die Übernahme der Bonner Traditionszeitung durch die Rheinische Post Mediengruppe. „Wirtschaftlich starke Verlage sind wichtig, wir machen uns aber Sorge um die Medienvielfalt und die Struktur der Zeitungslandschaft in NRW.“

Die Rheinische Post Mediengruppe gehört nach eigenen Angaben zu den fünf auflagenstärksten Zeitungsverlagen in Deutschland. Die General-Anzeiger-Gruppe verlegt die auflagenstärkste Tageszeitung in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis.