Auch wenn die „Westdeutsche Zeitung“ noch nicht  zur „Rheinischen Post Mediengruppe“ gehört, da hat das Bundeskartellamt noch das letzte Wort, übernahm das Düsseldorfer Verlagshaus vorab schon einiges aus dem Wuppertaler Girardet-Fundes. So gehört ihr das Gelände mit allen technischen Einrichtungen am Otto-Hausmann-Ring und zahlreiche Beteiligungsgesellschaften. Zudem die „Wuppertaler Rundschau“ zu 100 Prozent, nachdem die Gründerfamilie Wolff den Verlag schrittweise abgegeben hat und das „TOP-Magazin".

Doch noch bevor der Medien-Coup mit der „Westdeutschen Zeitung“ so richtig in trockenen Tüchern ist, beginnt mit Blick in die Medienzukunft im Verlagshaus am Rhein das Stühlerücken. Schließlich will man neben Print auch im digitalen Wettbewerb ein Wörtchen mitreden. Wohl erstes prominentes Opfer: Der langjährige Geschäftsführer und, mit einem Anteil von 2,1 Prozent, Mitgesellschafter der „Rheinischen Post Mediengruppe“, Dr. Karl Hans Arnold.

Ende Februar meldete der Verlag für Branchenkenner überraschend, dass man sich von Arnold Ende März einvernehmlich trennen werde. „Die Mehrheit der Gesellschafter sei der Auffassung, dass Gesellschafter zukünftig der Geschäftsführung des Unternehmens nicht mehr angehören sollten“, zitiert „kress pro“ jetzt die, nach Auffassung des Branchendienstes, „wenig glaubhafte“ Verlautbarung der Mediengruppe.

Das Verlagshaus gehört nach wie vor den Nachfahren der Gründer: Den Familien Arnold, Betz, Droste und Wenderoth. Hinzu kommt der Verleger Dr. Michael Girardet mit einem kleinen Anteil. Während die Familien Betz und Droste schon länger nicht mehr uneingeschränktes Vertrauen in Arnold hatten, sei Irene Wenderoth-Alt erst in den vergangenen Monaten zu der Erkenntnis gekommen, dass die operative Führung bei der RP ausgetauscht werden müsse, um im digitalen Wettbewerb bestehen zu können, berichtet der stets gut informierte Branchendienst der Medien und Kommunikationsbranche. Arnold, der im Hause laut kress pro als „heftiger Traditionalist“ galt, war vor diesem Hintergrund wohl schon länger in die Kritik geraten und für das Zukunftsgeschäft wohl nicht mehr haltbar. Zudem wurden ihm „zwei strategische Flops“ angekreidet, weiß kress pro. „Bereits im Sommer 2013 verkaufte der Verlag sein gesamtes Tschechien-Geschäft, und 2017 zog der Verlag beim Lokalsender Center TV den Stecker, den Arnold protegiert hatte“, so kress pro.

Und was macht Karl Hans Arnold „nach einem Vierteljahrhundert als Frontmann im Verlagsgeschäft“ künftig, fragen sich nicht nur Branchenkenner? „Als Rückzugsort pflegte er schon lange Zeit erholende Tage in St.Tropez,“ weiß kress pro. Der Nachbar: Mario Adorf.