Mit einem Wirkungsgrad von 46 Prozent gehört das Steinkohlekraftwerk Wilhelmshaven zu den modernsten und saubersten Kohlekraftwerken der Welt. Betreiber des 2015 in den kommerziellen Betrieb genommenen Kraftwerks ist die französische ENGIE SA mit Sitz in Paris, mit einem Staatsanteil von 24 Prozent. Läuft alles gut, kann die Anlage bis zu 5,5 Milliarden Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugen. Das entspricht etwa einem Prozent des gesamten in Deutschland produzierten Stromes.

Doch so richtig warm sind die Investoren mit ihrem Objekt unweit des JadeWeserPorts nie geworden, berichten Energieexperten. Der Grund: Die Energiewende. Mit Blick auf den Klimawandel haben erneuerbare Energien wie Windstrom oder Sonnenenergie auf dem Weg zum Verbraucher Vorfahrt. Jetzt heißt es sogar, die ENGIE SA werde sich aus dem Geschäft zurückziehen und wolle sich von ihren Anteilen trennen.

Das aber könnte für Wuppertal teuer werden. Denn neben einem Schweizer Energiekonzern ist die WSW Energie & Wasser als kommunaler Partner mit 15 Prozent an dem Kraftwerk beteiligt.

Nach den Grünen haben jetzt auch die Linken das Geschäft mit dem Stromerzeuger im hohen Norden kritisiert. Denn: Die WSW nimmt aufgrund des Stromliefervertrages mit der Kraftwerksgesellschaft Wilhelmshaven Strom zu einem Festpreis ab, der über dem des regulären Strommarktpreises liegt. Ein äußerst verlustreiches Geschäft, wie sich gezeigt hat. Für die kommenden Jahre haben die Stadtwerke schon Rückstellungen von rund 34 Millionen Euro eingeplant. Zudem: Ein möglicher Verkauf der Beteiligung von ENGIE SA am Kraftwerk Wilhelmshaven dürfte für die WSW mit einem deutlichen Wertverlust des eigenen Anteils verbunden sein. Und es sieht nicht so aus, als würde ENGIE SA beim Verkauf seiner Anteile auf die WSW auch nur die geringste Rücksicht nehmen.