BHC schrammt nur knapp an Überraschung vorbei

BHC-Torwart Christopher Rudeck (Foto: BHC/A. Fischer)

Es bleibt dabei: Der Bergische HC kann gegen den THW Kiel in der Handball-Bundesliga nicht punkten. Im 21. Versuch waren die „Löwen“ jedoch ganz kurz davor, übernahmen in der zweiten Halbzeit sogar kurz die Führung und hatten fünf Minuten vor Schluss noch die Riesenchance. Doch technische Fehler in der Endphase halfen dem amtierenden Deutschen Meister, so dass nach 60 Minuten in der ausverkauften Mitsubishi Halle eine 25:29 (12:16)-Niederlage stand.

Es dauerte eine Weile, bis der BHC offensiv ins Spiel fand. Ex-BHC-Keeper Tomas Mrkva vernagelte das Kieler Tor in den ersten zehn Minuten und ließ sich nur durch zwei Siebenmeter Linus Arnessons überwinden. Den Bann brach Eloy Morante Maldonado mit einem Notwurf hinter seinem Rücken zum 3:6. Wäre der nicht ins Tor gegangen, hätte es wohl den nächsten Strafwurf für die Bergischen gegeben, die vorne gute Lösungen fanden, aber nicht gut genug trafen oder sich Ballverluste leisteten.

Diese nutzten die Kieler erfolgreich. Davon abgesehen aber funktionierte die BHC-Deckung sehr gut. So gelang es den Norddeutschen nicht, sich wirklich nennenswert abzusetzen, und die Gastgeber witterten immer wieder in der mit über 4.000 Zuschauern ausverkauften Halle die Möglichkeit zur Wende. Frederik Ladefoged und Linus Arnesson verkürzten jeweils auf ein Tor, das 8:8 hatte Yannick Fraatz bereits in der Hand, es fiel aber nicht.

Willen durch Rückstand nicht gebrochen
Auch ein 8:12-Rückstand brach den Löwen-Willen nicht, so dass Ladefoged drei Minuten vor der Pause auf 12:13 verkürzte. Ein ungenutzter Siebenmeter schmerzte die BHC-Fans in dieser Phase genau wie ein Ballverlust bei leerem Gehäuse. Der 12:16-Rückstand in der Halbzeit war relativ deutlich.

Mit Christopher Rudeck, der mit Wiederanpfiff für Peter Johannesson das Tor hütete, arbeiteten sich die Bergischen ein weiteres Mal zurück ins Match. Neuzugang Grega Krecic, der in der ersten Halbzeit schon zwei starke Anspiele auf die Außenpositionen gebracht hatte, wurde noch etwas mutiger und schloss entschieden ab. Der slowenische Linkshänder erzielte die ersten drei Tore seiner Bundesliga-Karriere – darunter das 22:21 für den BHC in der 47. Minute.

Die Stimmung erreichte den Siedepunkt. Jeder in der Halle glaubte an den ersten BHC-Sieg gegen die Kieler. Was auch daran lag, dass Rudeck immer heißer lief und ein paar spektakuläre Paraden lieferte. Die Gastgeber verpassten einige Gelegenheiten, die Führung etwas auszubauen. Doch sie hielten die Kieler in dieser Phase mehr als neun Minuten ohne Tor.

Technische Fehler kosten Chance auf Überraschung
Der THW reagierte und stellte auf den siebten Feldspieler um – eine Maßnahme, die ihn wieder in Führung brachte, doch die bergische Gegenwehr nicht ansatzweise brach. Frederik Ladefoged traf zum 23:23, Tim Nothdurft zum 24:25. Aber die Kieler setzten dann auch auf ihre offensive 3:2:1-Deckung. Mit der kam der BHC nicht zurecht – drei weitere technische Fehler verhalfen Kiel zu einfachen Toren und kosteten in der Endphase die Chance, sich mit einem Überraschungssieg etwas Luft im Abstiegskampf zu verschaffen.

BHC-Trainer Jamal Naji: „Minus vier am Ende wird unserem Auftritt heute nicht gerecht. Ich finde nicht, dass der THW das Spiel unter Kontrolle hat. Ganz im Gegenteil: Wir haben acht Situationen in Halbzeit eins, wo wir einen Expected-Goalswert von 75 Prozent oder höher haben. Wenn wir davon vier oder fünf machen, gehen wir mit plus drei in die Pause. Für uns zählt – so schwer das jetzt auch klingen mag –, dass wir diesen Auftritt mitnehmen. Wie wir füreinander einstanden und gefightet haben, müssen wir in die restlichen Spiele übertragen und dann bin ich auch zuversichtlich, dass wir unsere Punkte holen werden.“

  • Bergischer HC: Rudeck, Johannesson – Nothdurft (4), Schmitz, Andersen (2), Stutzke (2), Morante (3), Babak, Arnesson (4/3), Ladefoged (5), Santos, M´Bengue, Krecic (3), Fraatz (2), Persson.

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