Dramatisches Ende einer Serie

Jubel beim BHC (Archivbild: Jens Wallbrecht)

Geschafft: Nach zehn sieglosen Pflichtspielen in Folge hat Handball-Bundesligist Bergischer HC wieder gewonnen. Mit 27:26 (12:15) entschieden die „Löwen“ eines der dramatischsten Spiele des Jahres beim HSV Hamburg fĂŒr sich. Dabei holten sie einen 17:21-RĂŒckstand auf, legten in ihrer stĂ€rksten Phase der Partie einen 6:0-Lauf hin, mussten zum Schluss aber doch noch mal mĂ€chtig zittern. Erst nach der letzten Abwehraktion von Csaba SzĂŒcs standen die Bergischen als glĂŒcklicher Sieger fest.

Die ersten grob 45 Minuten der Partie gehörten den Hamburgern. Zwar hielt Tomas Mrkva ordentlich, doch gerade in der ersten Halbzeit wurde er von Johannes Bitter ĂŒberflĂŒgelt. Dessen Paraden ebneten den Gastgebern den Weg zu einem komfortablen Vorsprung. Nicht nur im Tempospiel waren die Gastgeber in der Sporthalle Hamburg erfolgreich, sie setzten sich auch im Positionsangriff durch. Der BHC hatte nur zu Beginn den Anschluss gehalten, als zweite Welle und schnelle Mitte funktionierten. Beim 6:5 fĂŒhrten die „Löwen“ sogar kurz.

Starker David Schmidt

Emotional und kĂ€mpferisch hielt der BHC zwar die ganze Zeit dagegen, aufhalten ließen sich die Hanseaten aber zu selten. Sie fĂŒhrten mit 21:17 bei noch etwas mehr als 17 Minuten auf der Uhr. Erst danach belohnten sich die GĂ€ste fĂŒr ihren immensen Aufwand auch in der Deckung. Vorne war es David Schmidt, der seine QualitĂ€ten unter Beweis stellte. Er traf doppelt, Jeffrey Boomhouwer versenkte von außen ebenfalls. Bitter war nun kein großer Faktor mehr, dafĂŒr hielt Mrkva konstant weiter. Nach einer seiner Paraden wurde Tom Kare Nikolaisen auf der anderen Seite gefoult und zog damit eine Zeitstrafe und einen Siebenmeter, den Arnor Gunnarsson zum 21:21 verwandelte. Erneut Gunnarsson sowie Nikolaisen komplettierten den 6:0-Lauf. Wenig spĂ€ter lagen die Bergischen sogar 25:22 in FĂŒhrung.

Entschieden war das Duell aber noch lange nicht. Der eingewechselte Jens Vortmann hielt, am Kreis unterlief den „Löwen“ ein Fehler, und plötzlich waren die Hausherren zur Freude von 2.500 frenetischen Fans wieder da. Schmidt traf noch zum 26:24, doch zwei Minuten vor Schluss stand es 26:26. FĂŒr beide Teams war nun alles drin. Alexander Weck ĂŒbernahm beim BHC in Überzahl die Verantwortung und stellte auf 27:26. Auf der anderen Seite kassierte nun aber Darj eine Zeitstrafe.

StĂŒrmerfoul löst UnverstĂ€ndnis aus

Hamburg drĂ€ngte auf den Ausgleich, versuchte es durch Finn Wullenweber. Mrkva parierte diesen Ball herausragend, die letzten Sekunden tickten. Der BHC sah sich einer offenen Deckung gegenĂŒber. Lukas Stutzke zog zur möglichen Entscheidung durch, traf, doch die Unparteiischen verhĂ€ngten gegen ihn ein StĂŒrmerfoul. Ein Pfiff, den beim BHC niemand so recht wahr haben

wollte. Ein letztes Mal hatten die Hamburger die Chance zum Ausgleich. Der Wurf schien von außen zu kommen, doch sie versuchten es mit einem Kempa-Trick. Csaba SzĂŒcs kam dazwischen, die Uhr zeigte null an. Die Erleichterung bei den „Löwen“ war sichtbar. So hatte die Mannschaft schon lange nicht mehr gejubelt. Der Dank an die unermĂŒdlich anfeuernde BHC- Fandelegation fiel ebenfalls entsprechend euphorisch aus.

„Wir haben besser gedeckt, hatten mehr Paraden.“

Sebastian Hinze, BHC-Coach

BHC-Cheftrainer Sebastian Hinze: „Wir sind megaglĂŒcklich, dass wir das Spiel gewonnen haben. Hamburg war eine Dreiviertelstunde die bessere Mannschaft. Das ist uns auch ein paarmal passiert in den vergangenen zwei Monaten. In der letzten Viertelstunde haben wir das Spiel heute umgedreht. Wir haben besser gedeckt, hatten mehr Paraden. Und David Schmidt hat uns vorne ein paar einfache Tore gegeben. Dann wird es eine Schlussphase mit ganz vielen knappen Entscheidungen, in der wir am Schluss das GlĂŒck auf unserer Seite hatten.“

  • Bergischer HC: Mrkva, Rudeck – Schmitz (1), Boomhouwer (1), Stutzke (5), Weck (1), Babak (2), SzĂŒcs, Darj (3), Nikolaisen (2), Bergner, Schmidt (5), Schönningsen (1), Gunnarsson (6/1), Hansson.

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