Um ein Haar wäre dem RSC Cronenberg in der Rollhockey-Bundesliga binnen vier Wochen der dritte Sieg gegen RESG Walsum gelungen. Doch nach einer furiosen Aufholjagd sicherten sich die Duisburger beim 7:6 (1:4, 6:6) n. Verl. den Extrapunkt.

Die beiden überraschenden Niederlagen vor Ostern hatten Walsum beim dritten Aufeinandertreffen vorsichtig gemacht, folglich begann die RESG entgegen der üblichen offensiven Ausrichtung sehr abwartend – und wählte damit die falsche Taktik. Denn die Cronenberger nutzten die Freiräume konsequent aus, um durch Benjamin Nusch, Sebastian Rath und Jordi Molets Doppelschlag mit 4:1 in die Pause zu gehen.

Die Gäste zogen auch im zweiten Durchgang daraus Profit, dass die Hausherren stark verunsichert waren und überhaupt nicht ins Spiel fanden. So staunten die zahlreichen RESG-Anhänger nicht schlecht, als Otto Platz und Jordi Molet Cronenbergs Vorsprung auf 6:1 vergrößerten. Damit standen die Walsumer buchstäblich mit dem Rücken zur Wand, doch genau diese Aussichtslosigkeit verlieh ihnen fortan die nötige Lockerheit, um den Hebel herumzulegen. Dass Felipe Sturla und Sebastian Haas unmittelbar nach dem sechsten Gegentor ein Doppelschlag gelang, sorgte für zusätzlichen Rückenwind. Und so war keine sechs Minuten darauf der Anschluss wieder hergestellt.

Also wieder so ein wahnsinniger Rollhockey-Krimi zwischen den beiden Traditionsteams, wobei der Höhepunkt der Dramatik noch gar nicht erreicht war. Immerhin noch zwölf Minuten standen auf der Uhr, und die hatten noch einiges zu bieten. So ging es zwar ständig hin und her, doch nun waren die beiden Tore wie vernagelt. Sekunde für Sekunde hielt der knappe Cronenberger Vorsprung, auch ihr zehntes Teamfoul überstanden die Bergischen schadlos.

Aber es reichte nicht für die aufopferungsvoll kämpfenden Cronenberger, die knapp 60 Sekunden vor Ablauf der Uhr einen Penalty hinnehmen mussten, den Sebastian Haas wuchtig in die Maschen donnerte – 6:6 (49.). Wie im Hinspiel gab es also Verlängerung. Und die eröffnete Felipe Sturla mit dem 7:6 (51.). Nun also musste Walsum einen Vorsprung verteidigen, was letztlich deshalb gelang, weil ausgerechnet der ansonsten so souveräne Strafstoßschütze Jordi Molet nach dem zehnten RESG-Teamfoul scheiterte (54.).

  • RSC Cronenberg: Hilbertz, Geisler – Bernadowitz, Molet (3), Platz (1), Nusch (1), Hövelmann, Rath (1), Riedel, Morovic.

Moskitos' Traum vom Punkgewinn zerplatzt

Der SC Moskitos Wuppertal hatte sich zum Abschluss einen Punktgewinn vor eigenem Publikum erhofft. Aber gegen den RHC Recklinghausen mussten die Wuppertaler schnell erkennen, dass dies nur ein vager Traum bleiben würde. Am Ende stand eine 5:15 (2:8)-Niederlage.

Zwar egalisierte Marcel Mirscheid das 0:1 postwendend, und Dennis Meuer brachte die Moskitos in der 12. Minute nach dem vorangegangenen Doppelpack von Niklas Nohlen (7.) und Christoph Rindfleisch (9.) nochmals auf Tuchfühlung, doch damit hatten die Hausherren ihr Pulver auch schon verschossen.

Und der RHC knüpfte unmittelbar nach Wiederbeginn an die Torflut des ersten Durchgangs an: Philipp Wagner doppelte binnen weniger Sekunden zum 10:2 (28./30.). Damit hatte die Partie endgültig nur noch freundschaftlichen Charakter, was durchaus erklärt, warum in der übrigen Spielzeit es teils wie im Training zuging. Die Zuschauer wurden jedenfalls bestens unterhalten und sahen noch weitere acht Tore.

  • SC Moskitos Wuppertal: Kaas, A. Obermeier – Hauck, Lucht, Meuer (1), Mirscheid (2), N. Obermeier, Henckels, Lückenhaus (1), Brikmann (1).