Fulminantem Finale fehlt die Krönung

Alexander Weck (Foto: BHC/Andreas Fischer)

Mit sieben Toren hatte Handball-Bundesligist Bergischer HC eine Viertelstunde vor Schluss bereits zurückgelegen. Doch die „Löwen“ starteten mit dem taktischen Mittel des siebten Feldspielers und dank eines starken Abwehr-Torhüter-Pakets beim THW Kiel eine fulminante Aufholjagd, die sie im letzten Angriff mit einem nicht für möglich gehaltenen Punkt hätten krönen können. Fabian Gutbrod nahm den Wurf, scheiterte aber an THW-Schlussmann Niklas Landin, sodass der BHC mit einer hauchdünnen 23:24 (12:15)-Niederlage die Heimreise antreten musste.

Nach einem solchen Finale hatte es lange überhaupt nicht ausgesehen. Die Bergischen erwischten zwar mit einem treffsicheren Gutbrod den besseren Start in die Partie, hatten aber große Mühe, nachdem die Kieler auf eine 3:2:1-Deckung umgestellt hatten. Aus einem 7:5-Vorsprung wurde schnell ein 7:9- und wenig später sogar ein 8:12-Rückstand. In dieser Phase funktionierte bei den Gästen offensiv (zu) wenig.

Gute Entscheidungen von Alexander Weck

Trainer Sebastian Hinze stellte nun immer wieder auf den siebten Feldspieler um, der für den Torhüter im Angriff auf die Platte ging. Das Mittel hatte Erfolg. Alexander Weck traf im Positionsangriff gute Entscheidungen und war ein wichtiger Faktor auf dem Weg zum 12:15- Halbzeitstand. Den Schwung, den sie vor der Pause hatten, konnten die Gäste allerdings nicht mit in die zweite Halbzeit nehmen. Immer wieder vergaben sie nun gute Gelegenheiten und gerieten nach und nach deutlicher in Rückstand.

Als dann auch noch Tom Kare Nikolaisen seine dritte Zeitstrafe kassiert und somit „Feierabend“ hatte, schien die Partie verloren zu sein. 15:22 stand es eine Viertelstunde vor dem Ende. Doch dann setzten die Deckung und der immer stärker werdende Keeper Tomas Mrkva die ersten wichtigen Impulse für eine Aufholjagd, die gegen den THW Kiel in dessen Halle Seltenheitswert haben dürfte. Während der Tscheche hielt, was zu halten war, und bis zum Ende der Partie seine Fangquote auf sensationelle 50 Prozent heraufschraubte, kamen die Gäste mit einem 5:0-Lauf heran. Arnesson, Weck, Boomhouwer, Gunnarsson und erneut Weck stellten auf 20:22.

Fehlendes Abschlussglück

In der Folge fehlte den Bergischen sogar noch zwei, dreimal das Abschlussglück, doch die Kieler strauchelten nun merklich. Sie kämpften sich durch eine doppelte Unterzahl und hatten große Mühe, die Spielwende zu unterbinden. Arnesson gelang es erstmalig, in der zweiten Hälfte auf ein Tor zu verkürzen, Gutbrod schaffte dasselbe beim 23:24 zwei Minuten vor dem Ende. Die Kieler hatten jetzt die Chance zur Entscheidung, doch Harald Reinkind kassierte ein Stürmerfoul, sodass der letzte Angriff zum möglichen Unentschieden dem BHC gehörte. Würden die Handballer sich für den Kraftakt belohnen und zum ersten Mal gegen den Deutschen Rekordmeister Zählbares gewinnen? Nein. Gutbrods Versuch aus zehn Metern war eine sichere Beute des Torhüters. Ein Achtungserfolg war die knappe Niederlage trotzdem.

BHC-Cheftrainer Sebastian Hinze: „Wir sind gut in das Spiel ‚reingekommen gegen die 6:0-Abwehr, lösen es zunächst auch gut gegen die 3:2:1, haben dann aber drei, vier ganz einfache Ballverluste. Offensiv haben wir mit dem siebten Feldspieler Sicherheit gegen die 3:2:1-Deckung bekommen, Alexander Weck hat gute Entscheidungen getroffen. Ich muss den Jungs ein Kompliment machen, dass sie mit den Paraden von Tomas Mrkva zurück ins Spiel gefunden haben. In den letzten Minuten haben wir überragend gedeckt, und dann kriegen wir die Chance auf einen Punkt hier. Das ist dann sehr schade, dass es nicht klappt.“

  • Bergischer HC: Rudeck, Mrkva – Boomhouwer (3), Damm, Stutzke (1), Gutbrod (5), Weck (6), Arnesson (4/2), Szücs, Nikolaisen, Bergner, Schmidt, Schönningsen, Gunnarson (1), Hansson (3).

Nachholspiel gegen Wetzlar am 23. November

Fest steht inzwischen, dass der Bergische HC das aufgrund eines medizinischen Notfalls abgebrochene Spiel gegen die HSG Wetzlar am Dienstag, 23. November, 19 Uhr in der Solinger Klingenhalle nachholen wird. Tickets behalten ihre Gültigkeit. Wer über das Online-Ticketing gebucht hat, wird seitens der BHC-Geschäftsstelle kontaktiert. Besucher, die ihre Karten an Vorverkaufsstellen erworben haben, können ihre Tickets an der Tageskasse für vergleichbare Plätze in der Klingenhalle eintauschen.

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