Löwen gewinnen erstmals in Flensburg

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Vor mehr als sieben Jahren feierte der Bergische HC seinen ersten Sieg gegen die SG Flensburg-Handewitt. Die Bundesliga-Begegnung in der Wuppertaler Unihalle endete am 28. März 2015 36:31. Seitdem mühten sich die Löwen gegen den Favoriten vergeblich. Doch nun ist es soweit: In der Flens-Arena entführen die Bergischen nach einem 24:21 (9:7)-Erfolg überraschend und ganz sicher auch ein wenig unverhofft die Punkte und springen damit vorübergehend sogar auf Tabellenplatz elf.

Die Flensburger traten zwar personell gebeutelt, aber dennoch motiviert an. Schließlich wollten sie Lasse Svan in seinem letzten SG-Heimspiel einen gebührenden Abschied bescheren. Doch der Kapitän verlässt nach 14 Jahren die Flens-Arena ohne Sieg. Sogar einen letzten Siebenmeter, den seine Mitspieler ihm bei bereits feststehender Niederlage schenken wollten, fand nicht das Ziel. Christopher Rudeck war dazwischen und lieferte eine Parade, die ihm beinahe leid tat.

Weniger Mitgefühl zeigte von Anfang an Tomas Mrkva zwischen den BHC-Pfosten. Der Keeper lieferte gleich zu Beginn drei freie Paraden, um seine Mannschaft erfolgreich ins Spiel zu bringen. Die Gastgeber hatten nicht nur Probleme, den Torhüter zu überwinden, sondern trafen ungewöhnlich häufig Pfosten oder Latte und rieben sich merklich an der Löwen-Abwehr auf. Gleiches galt jedoch auch auf der anderen Seite. Zwar kam keine Mannschaft nennenswert ins Tempospiel, doch die Deckungsreihen in Kombination mit den Schlussleuten funktionierten.

So entschlossen sich beide Trainer, Sebastian Hinze und Maik Machulla, auf das taktische Mittel des siebten Feldspielers umzustellen. Leicht fiel das Erarbeiten der Chancen auch in der Folge nicht, doch dem BHC gelang es nun besser als den Flensburgern. Jeffrey Boomhouwer traf zum 7:6 von außen, Linus Arnesson stellte auf 8:7, und Max Darj besorgte in der Schlusssekunde der ersten Hälfte die erste Zwei-Tore-Führung für die Gäste.

Ein 9:7-Pausenstand hat im Bundesliga-Handball Seltenheitswert. Ganz so skurril ging es nach der Pause nicht weiter. Darj stellte auf 10:7, doch in der Folge schien Flensburg die Partie zu kippen. Mit zwei zügigen Treffern stellte Mads Mensah auf 11:11, erst dann brachten die Löwen mehr Geschwindigkeit in die Begegnung. David Schmidt antworte umgehend, Jeffrey Boomhouwer versenkte zumindest gefühlt ersten freien Konter des gesamten Spiels.

Davon aber würden die Löwen in der Folge noch mehr bekommen. Funktionierte zunächst das Zusammenspiel mit dem Kreis über Max Darj hervorragend, kam nach erneuter Umstellung auf den siebten Feldspieler seitens der SG Arnor Gunnarsson ein paar Mal dazwischen und warf den Ball jeweils ins leere Tor. Die Tore des Isländers waren in dieser Phase Gold wert, zumal die Gastgeber kurz zuvor noch einmal auf 18:19 verkürzt hatten. Der starke Linus Arnesson erzielte aus dem Positionsangriff das 20:18, die beiden folgenden einfachen Gunnarsson-Tore waren für Flensburg der Genickbruch. Der Rest war Formsache, so dass sich die Bergischen schon Minuten vor dem Schlusspfiff auf ihren ersten Auswärtssieg in Flensburg einstellen konnten. Für die
Hausherren war es gleichzeitig erst die zweite Heimniederlage der Saison.

Löwengebrüll – die Stimmen zum Spiel

Sebastian Hinze: „Wir hatten am Anfang eine sehr gute Torhüterleistung, über die wir ins Spiel gekommen sind. Gewonnen haben wir die Phase vor der Halbzeit, in der beide Mannschaften mit dem siebten Feldspieler spielten. Heute hatten wir wieder eine sehr gute Moral und einen guten Plan, den wir umgesetzt haben. Die Erfolgserlebnisse waren da, wir haben unsere Bälle reingemacht. Das Spiel kann in der zweiten Halbzeit kippen, aber dann bekommen wir direkt zwei Bälle ins leere Tor, nach denen dann wirklich alle dran geglaubt haben und wir es souverän runtergespielt haben.“

Tomas Mrkva: „Wir sind froh, dass wir in Flensburg unser letztes Auswärtsspiel der Saison gewonnen haben. Wir haben richtig gut angefangen und nicht zugelassen, dass Flensburg ins Spiel kommt. Wir wollten den Gegner heute nerven. Das ist uns über 60 Minuten gelungen. Es ist einfach nur geil, dass wir hier gewonnen haben.“

Max Darj: „Das war ein sehr solider Auftritt von uns. Wir haben von Anfang an gezeigt, dass wir da waren. Tomas Mrkva hat uns im Tor in der ersten Halbzeit wirklich geholfen. In der zweiten Hälfte haben wir uns die beiden Punkte hier verdient. Wir haben gut gedeckt über das gesamte Spiel, hatten keinen Stress im Angriff und immer die Ruhe bewahrt. So hat es gereicht.“

SG Flensburg-Handewitt – Bergischer HC 21:24 (7:9)
SG Flensburg-Handewitt: Möller, Backhaus; Steinhauser (4/1), Hald (3), Semper (3), Jakobsen (3/2), Mensah (2), Golla (2), Sögard (2), Hasenkamp (1), Svan (1), Lindskog, Gottfridsson, Wanne. Trainer: Maik Machulla
Bergischer HC: Mrkva, Rudeck – Boomhouwer (3), Damm, Gutbrod, Stutzke, Weck (1), Arnesson (9/3), Babak, Darj (5), Nikolaisen, Bergner, Schmidt (3), Gunnarson (3), Fraatz, Hansson. Trainer: Sebastian Hinze
Schiedsrichter: Colin Hartmann und Stefan Schneider
Siebenmeter: 3/6 – 3/3
Zeitstrafen: 0 – 1 (Schmidt)

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