Die Stadt hat Platzsperren gegen zwei Solinger Sportler ausgesprochen. Sie dürfen bis Ende 2019 beziehungsweise 2021 keine städtische Sportanlage mehr betreten. Der zuständige Dezernent Matthias Nocke bezeichnete in der jüngsten Ratssitzung den ungewöhnlichen Schritt als die härtesten Sanktionen, die die Stadt jemals verhängt habe.

Hintergrund des Verbots ist eine Massenprügelei auf dem Sportplatz Linde nach einem Spiel der Fußball-Bezirksliga zwischen dem SV Jägerhaus Linde und Vatanspor Solingen am letzten Spieltag der Saison 2016/17 Ende Mai. Die Wuppertaler Staatsanwaltschaft ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung noch gegen insgesamt drei Personen aus dem Kreis der Solinger Fußballer, nachdem unter anderem ein Betreuer der Wuppertaler durch einen Faustschlag eines 22-jährigen Spielers schwere Brüche am Kopf erlitten und vorübergehend sogar mit der Erblindung eines Auges zu rechnen hatte. Inzwischen ist die Gefahr dem Vernehmen nach aber gebannt.

Die Verbandssportgericht (VSG) des Fußballverbands Niederrhein (FVN) hatte bereits Sperren gegen zwei Vatanspor-Spieler verhängt, die Strafen gegen den Verein – zunächst 1.000 EURO Geldstrafe, Verbandsaufsicht aller Heimspiele mit Kostenübernahme und sechs Punkte Abzug in der neuen Spielzeit 2017/18 – in einer wegen eines Formfehlers erforderlich gewordenen Berufungsverhandlung abgemildert und nur noch die Geldstrafe, zusätzlich weitere 1.000 Euro für ein Jahr auf Bewährung, verhängt.

Der SV Jägerhaus Linde hat in Absprache mit dem verletzten Betreuer darauf verzichtet gegen das abgemidlerte Urteil in Berufung zu gehen. „Diese Entscheidung ist uns wahrlich schwer gefallen, da wir dasstrafmaßreduzierte, milde Urteil des VSG/FVN als Verharmlosung der Gewalt und Einladung zum Faustrecht auf unseren Sportstätten empfinden."