Wie angekündigt hat der Wuppertaler SV in großer Runde am Dienstag (7. November) die Geschehnisse im Stadion am Zoo vom Samstag analysiert. Nach der Verletzung des Uerdinger Spielers Christian Müller hatte die Rettungsaktion endlos lange zehn Minuten gedauert (wir berichteten). Die Runde aus Vertretern der Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr, der Hilfsorganisationen ASB und Johanniter, der Staatsanwaltschaft, der Security-Firma und des WSV waren sich am Ende nicht einig. Der WSV hielt fest, dass die Vertreter der Sanitätsdienste nicht in der Lage gewesen seien, die Aussagen ihrer Pressemitteilung mit Fakten zu belegen.
Der Verein sieht daher seine Vorwürfe gegenüber den Hilfsorganisationen als nicht entkräftet an. Der Versuch eine gemeinsame, transparente Pressemitteilung zu formulieren, ist nach mehrstündiger Kommunikation, trotz bereits feststehenden Formulierungen, am Widerstand der Hilfsorganisationen gescheitert. DRK, ASB und Johanniter haben nach Angaben des WSV der gemeinsamen Pressemitteilung zugestimmt, dagegen sei mit den Maltesern, die am Samstag als Einsatzleiter fungierten, aufgrund von staatsanwaltlichen Ermittlungen keine Einigung möglich gewesen.

Gemeinsames Statement von WSV, DRK, ASB und Johannitern

Der WSV ist mit den anderen drei genannten Hilfsorganisationen zu den im folgenden hier auszugsweise wiedergegebenen Ergebnissen gekommen:

„Die Hilfsorganisationen haben den Innenraum des Stadions für das Spiel gegen den KFC Uerdingen selbstständig und ohne Absprache mit dem Wuppertaler SV nicht besetzt. Der Wuppertaler SV hat die Anweisung, keine Sanitäter in den Innenraum zu ordern, nie gegeben und ist seinen Pflichten bei der Spieltagsorganisation in vollstem Umfang nachgekommen. Die Sanitätsdienste hatten bereits bei allen Heimspielen der Saison 2017/2018 den Innenraum als Einsatzgebiet „nicht auf dem Schirm“. Bei keiner Sicherheitsbesprechung, die vor jedem Heimspiel des WSV durchgeführt wird, wurde dieser Umstand erwähnt.

Zwei bis drei Minuten nach der Verletzung des Spielers Christian Müller wurde nach einem Signal vom Spielfeld aus ein Funkspruch an die Sanitätsdienste abgegeben. Dieser Funkspruch beinhaltete, dass Sanitäter und ein Notarzt samt Trage auf dem Feld benötigt werden. Danach kam es aufgrund einer Verkettung verschiedener Umstände zu menschlichen Fehlern einzelner Kräfte der Hilfsorganisationen. Aufgrund von staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen kann hier nicht genauer auf Details eingegangen werden.

Beim Gang des Notarztes aufs Spielfeld gab es ein Schubsen des Wuppertaler Mittelfeldspielers Daniel Grebe. Der Wuppertaler SV sieht Daniel Grebe hier in einer Notlage handeln. Daniel Grebe hat dem Arzt direkt nach der Aktion wieder auf die Beine geholfen und sich entschuldigt. Obwohl es als stressbedingte Überreaktion nachvollziehbar ist, kann der Verein das Verhalten von Daniel Grebe nicht gutheißen und hat daher intensive Gespräche mit ihm geführt.

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Für die zukünftigen Heimspiele des WSV werden noch präzisere Abläufe geschaffen. Zum Heimspiel gegen Rot-Weiß Essen am 3. Dezember wird es bereits eine deutliche Optimierung der Zuständigkeiten geben. Der Innenraum des Stadion am Zoo wird fortan mit Sanitätern besetzt sein ...“.