Es muss wohl eine gute Idee gewesen sein, die achtzehn Ronsdorfer im Jahre 1926 zusammenführte. Sie gründeten den Tennisclub Blau-Weiß Ronsdorf. Von kleinsten Anfängen auf der Anlage am Graben mit wenigen Mitgliedern und zunächst nur einem Platz wurde einer der mitgliederstärksten Tennisclubs Wuppertals. Das familiäre Clubleben und die Begeisterung für den Tennissport zeigten schnell Sogwirkung. Die Zahl der Mitglieder stieg kontinuierlich, so dass bald schon der zweite und der dritte Platz gebaut wurde. Nach Kriegsende dauerte es nicht lange, bis der Spielbetrieb wieder aufgenommen wurde. Über Jahre wuchs die Tennisfamilie, wozu natürlich auch der später beginnende Tennisboom beitrug. Das große Interesse ließ den Club kontinuierlich wachsen. Doch die Kapazität am Graben stieß schnell an ihre Grenzen, so dass neue Mitglieder von der Warteliste nur (mit einem Bürgen und mit Aufnahmegebühr) angenommen wurden, wenn andere den Club verließen. Von daher war der Weg zu einer größeren Anlage mehr als konsequent. Ende 1981 konnte die neue Anlage am Rädchen mit sechs Plätzen und einer schmucken Zweifeldhalle eingeweiht werden. Die gastronomische Verantwortung übertrug der Club an Mary und Bojan Komic, die – mit einer 3/4jährigen Unterbrechung – bis heute die Mitglieder mit gutem Essen und gepflegten Getränken versorgen. Diese starke Identifikation der Gastronomen mit ihrem Club ist eine Rarität in der bergischen Tennislandschaft, um die den Club alle anderen Vereine sehr beneiden. Doch auch hier überstieg das Interesse am Spiel das Platzangebot, so dass die Anlage schon kurz danach um einen weiteren Platz erweitert wurde. Und so präsentiert sich der TC Blau-Weiß Ronsdorf im Jubiläumsjahr mit seinen sieben Plätze und der Halle auf einer der schönsten Anlagen im Bergischen Land. Mit 455 Tennisbegeisterten verzeichnete der Club Anfang dieses Jahrhunderts den höchsten Mitgliederbestand seiner Geschichte, der ihn zum größten Club in Wuppertal machte. Aber auch der stolze TC Blau-Weiß konnte sich dem allgemeinen Trend nicht entziehen; fehlende Integrationsfiguren führten zu einem Rückgang der Mitgliederzahl auf 378 im letzten Jahr. Gegen den bundesdeutschen Trend stieg aber in diesem Jahr die Attraktivität des Clubs wieder, so dass die jetzt wieder Grenze von 400 Mitgliedern überschritten wurde. Dafür ist der Vorstand um Dr. Axel Bödefeld sehr dankbar und betont, dass das vor allem der guten Jugendarbeit um den Jugendwart Christian Haussels und dem Trainerteam um Eddie Topham und Dino Gulcz zu verdanken ist. Die blau-weiße Geschichte wäre nicht komplett ohne seine die sportlichen Akzente, die vor allem das Damenteam um Ursel Berghaus, Lore Schwerter, Sigrid Stratmann, Krista Dörner und Susi Strößer gesetzt hat. Vor 40 Jahren ganz unten in der offenen Klasse gestartet, schafften sie es als D 40 bis in die Regionalliga, die höchste deutsche Seniorinnenklasse. Aber auch die Herren können sich u. a. mit den Erfolgen von Marcus Berghaus, Thomas Stratmann und Stefan Schwerter sehen lassen; sie haben allesamt in der bergischen Tennisszene deutliche Spuren hinterlassen. Wer Sport treibt, darf auch feiern. Legende sind die Feste des Clubs nicht nur zu Jubiläen. Und in dieser Tradition wurde auch das 90jährige Jubiläum am Samstag im Minoritensaal der Klosterkirche Lennep gefeiert. 120 Gäste (unter ihnen der gesamte Vorstand des Tennis-Bezirks 4) ließen sich lukullisch und besonders musikalisch unterhalten; die Tanzfläche war dank der begeisternden Vorstellung der Band „DEEJAY Plus“ der am meisten frequentierte Platz im Saal. Magische Momente durch Zauberer Donatus rundeten einen Abend ab, der bis in späte Nacht ging und der allen in besonderer Erinnerung bleiben wird. Wer mehr über den Club, seine Mitglieder und seine Geschichte(n) erfahren will, kann das in der Jubiläumsfestschrift tun, die auf der Homepage www.bw-ronsdorf.de verfügbar ist und unter info@bw-ronsdorf.de angefordert werden kann. Von Wolfgang Luchtenberg 2011-11-11-row-logo-vektor-page-001