Anfang 2016 übergab der Bund den Tiefbunker unter dem Döppersberg an die Stadt Wuppertal. Damit war der Weg frei, den Luftschutzbunker neu zu nutzen. Anfang März nun begannen die Ausbauarbeiten und bis  Herbst 2019 soll hier, tief unter der Erde, eine Event- und Kulturlokation entstehen.

Doch nicht nur unter dem Döppersberg finden sich Bunkerüberreste aus dem zweiten Weltkrieg. Unter dem Neumarkt liegt noch ein weiterer Tiefbunker. Während des Krieges war er Zufluchtstätte für Hunderte Wuppertaler. Viele ausgebombte Elberfelder fanden in den unterirdischen Gemäuern nicht nur während der Luftangriffe Unterschlupf, sondern wohnten dort auch. Viele fanden in den Räumlichkeiten unter dem Neumarkt nach Kriegsende ihre erste Bleibe.

Später dann nutzen die Marktbeschicker die Parzellen unter Tage als Warenlager, erzählt Michael Busch, dessen Vater Hans schon in den unterirdischen Katakomben seine Marktware lagerte. „Über 30 Jahre haben wir den Bunker als  Lager nutzen können“, erzählt Busch. Die Temperaturen dort unten seien halt immer relativ konstant gewesen. „So zwischen 10 bis 15 Grad. Genau richtig, um hier Obst und Gemüse auch einmal etwas länger lagern zu können“, so Busch.

Begehbar war der Bunker von zwei Seiten: Sowohl vom Elbefelder Rathaus aus, als auch durch einen Zugang gegenüber vom Kaufhof. Vor rund 10 Jahren machte die Verwaltung der Lagerhaltung dann aber ein abruptes Ende. Sie verschloss den Zugang auf der Rathausseite. „Nun fehlte es plötzlich an der notwendigen Luftzirkulation“, erinnert sich Busch. Die Räume wurden feucht und stickig, so dass der Bunker für die Marktbeschicker nicht mehr genutzt werden konnte. Vielleicht findet sich ja auch hier jemand, der mit einem schlüssigen Konzept die alten Mauern wieder neu belebt.