Großes öffentliches Interesse und verschärfte Sicherheitsvorkehrungen: Heute (23.3.) um 9:15 Uhr begann im Saal L 147 des Wuppertaler Landgerichts der Prozess um die Ermordung der Eheleute Christa und Enno Springmann. Aus Habgier sei der 26-jährige Enkel Benjamin S. zum Mörder geworden, weil Benjamin um sein Millionenerbe gefürchtet habe, so Staatsanwalt Dr. Hauke Pahre. Jahrelang hatten die Springmanns Ihren Enkel finanziell unterstützt. Laut Anklageschrift habe der Studienabbrecher Benjamin S. wohl befürchten müssen, dass sein Großvater wegen der großzügigen  finanziellen Unterstützung Rechenschaft von ihm verlangen könnte.

Habgier unterstellt die Staatsanwaltschaft auch dem 45-jährigen Mitangeklagten Ioannis P. Er sei ein Freund und Geschäftspartner des Enkels gewesen und von Benjamin S. jahrelang finanziell unterstützt worden. So habe er zum Beispiel zwei Darlehen ohne erkennbare Gegenleistung erhalten. Auf diesen Geldsegen habe er zukünftig nicht verzichten wollen.

Die Angeklagten machten nur die nötigsten Angaben zur Person. Ansonsten schwiegen sie. Ihre Täterschafft ließen sie bereits vor Prozessbeginn durch ihre Anwälte bestreiten. Die sind auch gleich in großer Zahl angetreten. Benjamin S. wird von vier Anwälten vertreten. Ioanis P. hat zwei. Sie rügten heute bereits die mangelhafte Beweislage.

Eine Besonderheit: Der Vater des Enkels tritt als Nebenkläger auf.

Das Gericht hat insgesamt 35 Prozesstage angesetzt. Im September 2018 könnten die Urteile fallen. Bis dahin will die Kammer unter Vorsitz von Robert Bertling 70 Zeugen und acht Sachverständige hören.

Den Angeklagten droht eine lebenslange Haftstrafe.