Zum Start der Motorradsaison warb Innenminister Herbert Reul heute (26.3.) in Wuppertal gemeinsam mit der Wuppertaler Polizei sowie Motorradfahrerinnen und Motorradfahrern um mehr Sicherheitsbewusstsein. "Motorradfahrer haben keinen Sicherheitsgurt und keinen Airbag. Deshalb kommt es umso mehr auf das eigene Verhalten und die richtige Schutzkleidung mit Protektoren und Warnwesten an", sagte Reul. Auf einem Parkplatz an der L 74, einer beliebten Bikerstrecke, besuchte der Miniaster eine Informationsveranstaltung des Verkehrspräventionsprojektes "Am Limit lenkt der Zufall" der Wuppertaler Polizei. In diesem Netzwerk setzen sich "Biker für Biker" für mehr Verkehrssicherheit ein. Sie tauschen Erfahrungen aus und bieten Übungen an. Sie zeigen beispielsweise, wie durch richtiges Bremsen und vorausschauendes Fahren Unfälle verhindert werden können. "Für Motorradfahrer ist es überlebenswichtig, die eigene Geschwindigkeit und die Maschine richtig einschätzen zu können", betonte Reul. 

Im vergangenen Jahr sind bei Verkehrsunfällen in Nordrhein-Westfalen 84 Motorradfahrer gestorben. Mehr als jeder zweite von ihnen hatte den Unfall selbst verursacht. Viele waren zu schnell unterwegs. "Das ist eine traurige Entwicklung. Gerade Fahranfänger und Wiedereinsteiger sind hier besonders betroffen", so Reul. Waghalsigkeit, mangelnde Fahrpraxis und Selbstüberschätzung mit leistungsstarken Maschinen führen zu folgenschweren Unfällen. "Deshalb ist es besonders wichtig, als Anfänger oder nach einer längeren Pause ein Fahr- und Sicherheitstraining zu absolvieren", sagte der Minister.

Ein Drittel der Unfälle geschah aber auch, weil Autofahrer Bikern die Vorfahrt nahmen oder mit ihnen beim Abbiegen kollidierten. "Die Autofahrer müssen sich im Frühjahr auch wieder an die Biker auf den Straßen gewöhnen. Häufig wird die Geschwindigkeit von entgegenkommenden Motorrädern unterschätzt. Deshalb müssen alle besonders aufmerksam sein", appellierte Reul.