Weniger verbotene Wege: Seit dem 1. Januar 2018 dürfen sich Reiter in Nordrhein-Westfalen über eine liberalere Reitregelung  freuen. Die Neufassung des Landesnaturschutzgesetz (LNatschG) erlaubt es jetzt, auf öffentlichen Verkehrsflächen, gekennzeichneten Reitwegen und auf allen privaten Straßen und Fahrwegen zu reiten. Doch geht es nach der Mehrheit im Rat, werden Wuppertals Reitsportfreunde wohl kaum in den Genuss der neuen Regelung kommen. CDU und SPD wollen im gesamten Stadtgebiet bei der alten Regelung bleiben und die Reitwege weiterhin auf das gekennzeichnete Reitwegenetz in Wuppertal beschränken.

„Die Waldwege im Wuppertaler Stadtgebiet sind Teil der Naherholung und werden insbesondere an den Wochenenden und nach Feierabend durch Spaziergänger, Sportler, Familien, Radfahrer und Hundebesitzer genutzt,“ begründete  Bürgermeisterin Maria Schürmann, umweltpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, die Haltung der Christ- und Sozialdemokraten. Außerdem sei in Wuppertal bereits ein gutes Reitwegenetz vorhanden, das man vor einigen Jahren mit städtischen Mitteln eingerichtet habe. „Die Waldwege nun auch für das Reiten freizugeben, erhöht das ohnehin in Teilen schon vorhandene Konfliktpotential und lässt das Risiko von Unfällen deutlich ansteigen“, glaubt Bürgermeisterin Schürmann.

Wege nicht für Reitsport ausgelegt

Darüber hinaus befürchtet man mehr Wegeschäden, da viele Privat- und Waldwege nicht für den Reitsport ausgelegt seien. Dies würde zu deutlichen Mehrkosten bei der Instandhaltung führen. Schürmann weiter: „Auch die Landwirte befürchten erhebliche Auswirkungen auf ihre Flächen durch die Freigabe der privaten Straßen und Fahrwege für den Reitsport.“ Daher halte man es für sinnvoll, bei der bestehenden Regelung zu bleiben.

Die von der Verwaltung vorgeschlagene Regelung, das Gebiet östlich der A1 für das Reiten auch auf privaten Straßen und Fahrwegen freizugeben, lehnen die Fraktionen von CDU und SPD ab.