Die frühere Wuppertaler Textilmeile Hofaue und ihre jüdische Geschichte sind Thema eines Spaziergangs am Mittwoch (26. April). Treffpunkt für den von Christine Hartung geleiteten Rundgang ist um 17.30 Uhr an der Ecke Hofaue/Zollstraße. Die Hofaue in Elberfeld erlebte in der Zeit von 1890 bis in die Jahre der Weimarer Republik eine Blütezeit als ein internationales Zentrum des Textilhandels. Dabei spielten jüdische Kaufleute eine zentrale Rolle. Während der Zeit der Naziherrschaft wurden die Unternehmen aufgelöst oder „arisiert“, die Besitzer und ihre Familien drangsaliert, aus Deutschland vertrieben oder in Ghettos und Vernichtungslager deportiert und ermordet. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die von Bomben stark zerstörte Hofaue als Textilzentrum einen nur kurz andauernden erneuten Aufschwung. Ihre jüdische Geschichte jedoch wurde weitgehend verdrängt und vergessen. Mit der Krise der Textilindustrie geriet die Straße seit den 1960er Jahren immer mehr ins Abseits, erlebt aber seit einigen Jahren eine Wiederbelebung. Der Rundgang führt zu den teilweise noch existierenden historischen Gebäuden und vermittelt die bewegte Geschichte der Straße seit ihrer Entstehung bis heute. Die Teilnahme kostet fünf Euro.