Bei einem Gang durch die Elberfelder Poststraße fällt auf, dass die Menschen nach wir vor mit ihren Kameras vor dem ehemaligen Abeler Juweliergeschäft stehen, um die historische Glockenuhr zu fotografieren. Das Ladenlokal selbst wirbt jetzt mit dem Eröffnungshinweis für preisgünstigste Textilien. Kleiderständer stehen in der Einkaufsstraße vor dem einstmals eleganten und hochwertigen Juwelierladen.

Einige Meter weiter weisen Ausverkaufsplakate an den Schaufenstern auf die Schließung von VERO MODA und JAC AND JONES hin. Die Filialen gehören zum Imperium des dänischen Unternehmers Anders Holch Povlsen. Die Straße geht konsequent weiter in die 1- Euro- Zone.

Die Poststraße hat eine lange Tradition. Sie entstand 1603 unter dem Namen „Marktgasse“. Zwischen 1744 und 1758 bestand hier eine Poststation. Ab 1941 gab es zahlreicheEinzelhandelsgeschäfte. Viele von ihnen wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Nach dem Krieg entwickelte sich die Straße zur Haupteinkaufsmeile Wuppertals. Die Statistik hielt fest, dass 1993 täglich 50 000 Fußgänger die Poststraße nutzten. Somit war sie in Wuppertal die attraktivste Einkaufszone. 2009 galt sie noch in der Rangordnung als IA- Lage. Wir dürfen sehr gespannt sein, wie es weitergeht. Auch angesichts der Neugestaltung des anschließenden Döppersbergs.