Hoher Besuch kirchlicher Würdenträger in Wuppertal. Am Wochenende trafen sich die Mitglieder des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu einer Sitzung und einer Begegnungstagung. Aus diesem Anlass besuchte die Delegation der EKD die Gemarker Kirche in Barmen und traf sich am Samstag (27. Januar) im Gemeindesaal, vis à vis zur Bergischen Synagoge, zu einer Ratssitzung. Die anderen Mitglieder besuchten derweil die Ausstellung „Barmen34" in der Gemarker Kirche oder fuhren eine Runde mit der Schwebebahn. Anschließend ging es gemeinsam zum Gedenkgottesdienst für die Opfer des Nationalsozialismus, der in jedem Jahr am 27. Januar in der Gemarker Kirche stattfindet.

Als Student Wuppertal besucht

Pfarrer Martin Engels stellte seine Predigt unter das Motto „Matthäus am Letzten...“. Der Gottesdienst wurde eindrücklich musikalisch mitgestaltet von Kirchenmusikdirektor Jens-Peter Enk an der Orgel. Schon vor dem Gottesdienst hatte sich der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, im Beisein von Oberbürgermeister Andreas Mucke im Ausstellungsfoyer der Kirche in das Goldene Buch der Stadt Wuppertal eingetragen. Er schrieb: „Alles Gute und Gottes Segen für die Stadt Wuppertal und alle Menschen, die in ihr leben.“ Bedford-Strohm, in Memmingen gebürtig, dankte herzlich für die freundliche Aufnahme der Delegation in der Stadt und erinnerte sich an seinen ersten Besuch in Wuppertal: „Vor 37 Jahren war ich als Student hier auf einer Tagung zur Barmer Theologischen Erklärung. Seinerzeit haben wir schon die fehlenden Worte der Erklärung und der Bekennenden Kirche zum Leid der Juden damals bedauert. Eine Synagoge gab es da an dieser Stelle noch nicht. Dass es sie jetzt gibt, direkt neben der Kirche, dass Nachbarschaft zwischen Juden und Christen hier selbstverständlich gelebt wird, macht mich sehr froh und hoffnungsvoll.“

Zum Ende des Gottesdienstes, der auch das Ende der Tagung markierte, zog Bedford-Strohm eine erste Bilanz: „Wir nehmen sehr viele berührende Impulse mit aus ihrer Stadt. Danke für viel Inspirierendes und Hoffnung machendes. Danke Wuppertal.“