Durch einen massiven landesweiten Einsatz von mehr als 1.120 Einsatzkräften konnte heute durch den Zoll im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wuppertal ein erfolgreicher Schlag gegen die organisierte Schwarzarbeit im Baugewerbe geführt werden. Ab den frühen Morgenstunden wurden landesweit knapp 140 Objekte durchsucht. Auch in Wuppertal wurden Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht. Das teilten am Nachmittag (30.1.) der Wuppertaler Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert und der Direktionspräsident der Generalzolldirektion, Dr. Armin Rolfink, im Rahmen einer Pressekonferenz in Krefeld mit. Es handelt sich nach Angaben von Dr. Rolfink um den bisher größten Schlag gegen die Schwarzarbeit in Nordrhein-Westfalen.

Die „Sonderkommission Moses“ beim Hauptzollamt Krefeld hatte den Zugriff generalstabsmäßig vorbereitet. Zöllnerinnen und Zöllner aus 30 Hauptzollämtern wurden bundesweit in Nordrhein-Westfalen zusammengezogen. Unterstützt wurden sie durch Einsatzkräfte der Steuerfahndung und Spezialeinsatzkräfte des Zollkriminalamts, der Zollfahndung sowie der Bundespolizei. Wie Staatsanwaltschaft und die Generalzolldirektion dazu weiter mitteilten, wurden die Zugriffe der Spezialeinsatzkommandos in den frühen Morgenstunden in zwei Wellen durchgeführt und verliefen ohne Zwischenfälle.

Geflecht von Scheinfirmen im Baugewerbe

Die Einsatzkräfte nahmen acht mutmaßliche Haupttäter fest. Dabei handelt es sich um eine 31 Jahre alte Deutsch-Kasachin, einen 40-Jährigen sowie zwei 56 Jahre alte Serben, einen 52 Jahre alten Mann aus Bosnien-Herzegowina, eine 49 Jahre alte Deutsche, einen 51-jährigen Israeli und einen 72-jährigen Staatenlosen. Alle Festgenommenen wurden bereits dem Haftrichter vorgeführt.

Den Tätern wird vorgeworfen, über ein Geflecht von Scheinfirmen im Baugewerbe Scheinrechnungen von rund 48 Millionen Euro erstellt zu haben. An den Scheingeschäften sollen mehr als 450 in Nordrhein-Westfalen tätige Bauunternehmen beteiligt gewesen sein. Den Rechnungen sollen in den meisten Fällen keinerlei tatsächlich erbrachte Leistungen zugrunde gelegen haben. Laut Staatsanwaltschaft flossen die bezahlten Rechnungsbeträge nach Abzug einer "Provision" dann wieder an die Unternehmen zurück. Dort wurden sie als Betriebsausgaben eingebucht und so Steuern und Sozialversicherungsabgaben hinterzogen. Der bisher ermittelte Gesamtschaden beläuft sich auf mindestens 35 Millionen Euro.

Foto: PT-lens / Shutterstock.com