Am Freitag (5.1.) hatten wir gemeldet: „Öffentlichkeitsfahndung mit Bild nach Raub in Wuppertal“. Hintergrund der Meldung: Ein Einbrecher-Trio hatte am 24. November 2017 eine Rentnerin (74) in ihrem Haus in Wuppertal überfallen. Zwei Männer und eine Frau schlugen die gebehinderte Seniorin nieder. Sie erlitt unter anderem Verletzungen im Gesicht, ein blaues Auge und eine aufgeplatzte Lippe.

Auf den ersten Blick sicherlich ein ganz normaler Fahndungsaufruf, um den Tätern nach dieser schrecklichen Tat endlich auf die Spur zu kommen. Irritierend erscheint jedoch, dass die Polizei erst  gestern, 40 (!) Tage nach der Tat, das Fahndungsbild eines Täters veröffentlichte.

BILD online hat den langen Weg des Täter-Fotos durch die Behörden mal dokumentiert:

► 27. November: Die Polizei gibt eine Mitteilung mit Täterbeschreibung heraus.

► 14. Dezember: Das Opfer meldet, dass mit seiner geraubten EC-Karte Geld abgehoben wurde. Geldautomaten werden mit Kameras überwacht. Staatsanwältin Christina Laibold: „Die Staatsanwaltschaft forderte bei der Bank die Bilder an.“

► 15. Dezember: Die Polizei veröffentlicht Phantombilder der männlichen Täter.

► 16. Dezember: Die Bank schickt die Aufnahmen von einem Mann, der mit der Karte der Frau Geld abhebt.

► 18. Dezember: Die Staatsanwaltschaft stellt Antrag auf Öffentlichkeitsfahndung, wirft ihn in die Behörden-Post.

► 22. Dezember: Der Antrag trifft am Freitag bei der Poststelle des Gerichts ein. Warum bis hierhin vier Tage vergangen sind – unklar.

► 23. bis 26. Dezember: An den Wochenenden und Feiertagen sind in der Regel nur Bereitschaftsrichter im Dienst, die sich um aktuelle Fälle kümmern.

► 28. Dezember: Ein Richter unterschreibt den Antrag, er geht wieder in die Post. Laibold sagt: „In dem Fall hat jeder, der die Akte in den Händen hatte, nahezu am gleichen Tag den Antrag geschrieben oder eben unterschrieben.“

► Der Beschluss wird wieder ans Präsidium an den zuständigen Sachbearbeiter geschickt. Wie lange die interne Post diesmal braucht, ist unklar. Es folgt das lange Silvesterwochenende.

Ein Sachbearbeiter habe dann den Beschluss erhalten und die Pressestelle informiert. „Die schreibt zusammen mit der Staatsanwaltschaft die Mitteilung, sie muss wieder von beiden Seiten abgesegnet werden. Acht Tage nach dem Beschluss wird das Foto veröffentlicht“, so bild.de