Am Helios Universitätsklinikum Wuppertal – Universität Witten/Herdecke hat die weltweit größte wissenschaftliche Untersuchung zur Wirkung von Licht und Farbe auf das Befinden, den Gesundheitszustand und das Vertrauen von Patienten begonnen. Davon ist zumindest Prof. Dr. Axel Buether, Farbforscher der Bergischen Universität Wuppertal überzeugt. Ebenfalls untersucht wird, wie die Licht und Farbe auf die Zufriedenheit von Angehörigen sowie auf die Arbeitsmotivation und Identifikation des Personals auswirkt. Eine Initiative, die von Mitarbeitern der Klinik für Intensivmedizin ausgegangen und nun in enger Kooperation mit der Bergischen Universität Wuppertal untersucht wird.

Für ihre Untersuchung stehen dem Team um Prof. Buether zwei komplette Stationen mit insgesamt 20 Zimmern zur Verfügung „Wir
wollen wissenschaftliche Erkenntnisse über
die Wirkung farblich gestalteter
Räumlichkeiten gewinnen, Kriterien festlegen,
auf die bei einer Neugestaltung zu achten ist,
und konkrete Vorschläge für ein
Abstimmungsverfahren vor der Umsetzung
geben“, erläuterte Buether. Die Ergebnisse werden  anschließendpubliziert und
könnten zum Beispiel Architekturbüros als
Orientierung dienen.

Mehr Orientierung für Patienten schaffen

Daneben gibt es eine klar umrissene medizinische Komponente, die den Initiatoren bei Helios am Herzen liegt. „Die Orientierung von Patienten wird insbesondere mit zunehmendem Alter durch Veränderungen der Umgebungsfaktoren maßgeblich und meist negativ beeinflusst. Unnatürliche Lichtquellen, fehlendes Tageslicht, fehlende Kalender und Uhren, sowie eher zweckmäßige als wohnliche Einrichtungen sind zusätzliche Stressoren“, hieß es dazu seitens des Klinikums. Farbe bringe Orientierung. „Und Orientierung kann dabei helfen, die Ausprägung von sogenannten Delir- Zuständen zu mindern, die zum Beispiel nach einem chirurgischen Eingriff mit Narkose auftreten können.“

Die farblich runderneuerten Intensivstationen befinden sich in den Häusern drei und fünf am Helios Standort in Barmen. In Haus drei wurden erdige, warme und wohnliche Farben aufgetragen. In Haus fünf sind es pastellige, frische Töne, „die sich Atmosphäre gebend auswirken.“ Prof. Buether: „Jedes Zimmer ist individuell gestaltet.“ Zudem gebe es Unterschiede in der Beleuchtung und in der Farbgebung von Flurbereichen und Patientenzimmern. 

Jetzt haben die Nutzer das Wort: Vor der Umgestaltung schon umfassend befragt, können Beschäftigte, Patienten und deren Angehörige auf Erhebungsbögen Auskunft darüber geben, wie sie die Versorgung auf der Station bewerten.