Vor bald neun Jahren ist Pina Bausch gestorben. Ihr Ensemble, das Tanztheater Wuppertal, besteht nach wie vor. Ist international gefragt wie zu Lebzeiten der großen Choreografin und verbringt viele Wochen im Jahr auf Gastspielreisen in der ganzen Welt. Und wie ehedem in der „Lichtburg“, dem früheren Kino an der Höhne.

Nur das Wuppertaler Schauspielhaus, in dem das Ensemble jahrzehntelang seine großen Premierenerfolge gefeiert hat, ist seit nunmehr fast fünf Jahren dicht. Geplant ist hier – nach umfangreichen Renovierungsarbeiten und einem Anbau – ein „Pina Bausch Zentrum“. Allein wer dessen Betriebskosten tragen soll ist strittig, die Baukosten, das ist geklärt, werden zwischen Stadt, Land und Bund aufgeteilt.

So wichtig wie die Berlinale und Bayreuth

Jetzt hat sich das Feuilleton der renommierten Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) des Themas angenommen. Unter der Überschrift „So wichtig wie die Berlinale und Bayreuth“ stellt es das Wuppertaler Tanztheater auf eine Stufe mit den Kulturhöhepunkten in der Hauptstadt und in den Festspielen auf dem Wagner-Hügel. Zu deren Kosten leistet der Bund auch einen Beitrag. Denn, so die FAZ, es sei analog zur Berlinale und Bayreuth davon auszugehen, dass auch das Pina-Bausch-Zentrum eine gesamtgesellschaftlich wichtige Aufgabe erfülle. Das Tanztheater, eine deutsche Erfindung, habe das Schauspiel, die Oper und den Film weltweit maßgeblich beeinflusst. Unter dieser Prämisse könne sich der Bund auch am Wuppertaler Projekt beteiligen, auch wenn er (eigentlich) keine dauerhafte institutionelle Förderung übernehmen darf, da dies der Kulturhoheit der Länder entgegenstünde oder diese einschränke. So könnte der Vorschlag des Landes NRW und der Stadt Wuppertal in Erfüllung gehen, der eine Drittelung der Betriebskosten mit dem Bund vorsieht.