Dr. Günter Aust (12.2.1921-2.5.2018), ehemaliger Direktor des Von der Heydt-Museums, galt als großer Kenner der Kunstgeschichte und aktueller Strömungen, was er in zahlreichen Publikationen zum Ausdruck brachte. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Museum zu einem der wichtigsten Häuser, vor allem auf dem Gebiet der klassischen Moderne des 19. und 20. Jahrhunderts. Während seiner Ägide (1962 bis 1985) konnte der Museumsbestand um rund 350 Gemälde, 100 Skulpturen  und Objekte sowie 1000 Grafiken ausgebaut werden. Mit Neuerwerbungen von Courbet, den französischen Impressionisten, Hodler, Léger, Giacometti, Dubuffet, Beckmann und vielen anderen steigerte er die Qualität der Sammlung. Nun ist Günter Aust im Alter von 97 in Bad Münstereifel, wo er zuletzt lebte, gestorben. Er wird in Tondorf beigesetzt. 

„Wir trauern um einen Mann, der die Geschichte des Von der Heydt-Museum entscheidend mitgeprägt hat. Mit seinem reichen Wissen, mit Bedacht und Gespür für aktuelle Tendenzen der Kunst hat er mitgeholfen, das Von der Heydt-Museum zu einem der großen Museen zu entwickeln“, sagt Museumsdirektor Dr. Gerhard Finckh über seinen Vorgänger.

Aust wurde am 12. Februar 1921 in Köln geboren, wo er später auch studierte. Er war Schüler von Hans Kauffmann und  promovierte 1958 in Köln mit einer ausgezeichneten Arbeit über „Entwurf und Ausführung bei Rubens“. Er arbeitete als Kustos am Kölner Wallraf-Richartz-Museum, bevor er 1962 nach Wuppertal wechselte. Unter seiner Verantwortung entstanden 437 Ausstellungen am Von der Heydt-Museum. Viele davon hatte er selbst kuratiert. Seine mehr als zwei Jahrzehnte dauernde Amtszeit war allerdings überschattet von Diskussionen über die bauliche Zukunft des Hauses, das im ehemaligen Rathaus der Stadt Elberfeld untergebracht ist und seit jeher unter Platzmangel leidet.

Am 1. April 1985 ging Aust in den Ruhestand und überließ die Leitung des Museums Dr. Sabine Fehlemann, damit sie den zuvor beschlossenen Um- und Erweiterungsbau des alten klassizistischen Hauses nach eigenen Vorstellungen gestalten konnte. Nach seinem Ruhestand wurde er immer noch zu Rate gezogen zu Ausstellungen des Von der Heydt-Museums. Noch heute gilt Austs 1977 erschienener Kommentar zur ständigen Sammlung des Von der Heydt-Museum als Standardwerk.