Im Helios Herzzentrum am Arrenberg ist einem Patienten vom „Heart Team“ um den Herzchirurgen Prof. Dr. Herbert Vetter und dem Kardiologen Prof. Dr. Melchior Seyfarth zum erstenmal ein sogenanntes Herzunterstützungssystem VAD implantiert worden. Dabei handelt es sich um eine mechanische Pumpe die das Herz unterstützt, wenn es krankheitsbedingt zu sehr geschwächt ist. VAD steht für Ventricular Assist Device. Norbert Welter ist der erste Wuppertaler, der mit einem solchen Herzunterstützungsystem erfolgreich den Alltag meistert.

„Diese Methode, bei der das kranke Herz nicht entnommen, sondern hydraulisch unterstützt wird, ist für die Patienten eine Möglichkeit, in kürzester Zeit ein großes Maß an Lebensqualität zurückzugewinnen“, erläuterte Prof. Vetter. Eine 160 Gramm schwere, faustgroße Pumpe wird unterhalb des eigenen Herzes an die linke Herzkammer angeschlossen und übernimmt die Pumpleistung des zu schwachen Muskels. Wichtig ist eine kontinuierliche Stromzufuhr, die über einen externen Akku geleistet wird. Daher muss der Patient eine etwa 1.100 Gramm schwere Tasche oder einen Gerätegürtel bei sich tragen, in dem die Akkus und das Steuergerät untergebracht sind. Ein dünnes Kabel zur Energieversorgung der Pumpe wird durch die Bauchdecke nach außen geführt und an den Steuercomputer angeschlossen.

Mit der modernen VAD-Methode, die inzwischen weitaus häufiger eingesetzt wird, als Herztransplantationen durchgeführt werden, erweitert das Herzzentrum sein Behandlungsspektrum für die immer größer werdende Zahl von Menschen mit schwerer Herzschwäche. Auch wer für eine Herz-Transplantation aufgrund seines Alters, fehlender Spenderherzen oder Vorerkrankungen nicht in Frage komme, könne mit einem „Kunstherz“, das den eigenen Herzschlag ersetzt, noch viele Jahre fast normal und aktiv leben, sind sich die Spezialisten im Arrenberger Herzzehntrum sicher.