Vom 27. Mai bis 26. August 2018 zeigt die Von der Heydt-Kunsthalle in Barmen Bilder des Fotografen Thomas Wrede, der innerhalb der aktuellen Fotokunst eine singuläre Position einnimmt. Die umfassende Werkübersicht zeigt Zusammenhänge und Entwicklungen von den frühen analogen Schwarzweiß-Arbeiten bis zu den heutigen digitalen Bildern auf. Wrede reflektiert die Sehnsucht nach Natur mit den Mitteln der Fotografie. Er lässt in seinen vielschichtigen Fotografien Geschichten über unser Verhältnis zur Natur entstehen, ironisch oder sachlich, amüsant oder dramatisch.

Die Ausstellung versammelt Werke aus allen Foto-Reihen, denen sich der Künstler widmet, etwa die Schwarzweiß-Aufnahmen von einer Deponie auf der dänischen Insel Samsö aus den 1990er Jahren oder die Reihe „Die Vögel stehen in der Luft und schreien“, die er bis heute verfolgt und die die Spuren des meist tödlichen Aufpralls von Vögeln auf Fensterscheiben festhält, die wie Geisterwesen zwischen Hier und Jenseits zu schweben scheinen. 

Ein weiteres seiner fotografischen Themen ist die Frage nach dem Bild im Bild. Dies zeigt sich in den Foto-Serien von Fototapeten in deutschen Wohnungen („Domestic Landscapes“, 2000-2001) und den großen Plakatwänden in den Straßenschluchten von New York („Manhattan Picture Worlds“, 2002-2007). Nachdem Thomas Wrede schon 1997 in seinen „Magic Worlds“ die irritierende Künstlichkeit deutscher Freizeitpark-Landschaften thematisiert, greift er ab 2005 in den „Real Landscapes“ die Grenze zwischen Modell und Wirklichkeit wieder auf. In seinen großformatigen Farbaufnahmen wird die Welt als eine Art Modellbausatz wiedergegeben, als eine große Inszenierung im kleinen Maßstab.