„Offene Kinder- und Jugendarbeit in freier Trägerschaft in Gefahr“

Foto: Achim Otto

Trotz der erfreulichen Nachricht aus dem Rathaus, dass die Zuschüsse für freie Träger künftig dynamisch an die Inflation des Vorjahres angepasst werden, steht die Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) mit dem Rücken zur Wand.

Grund dafür ist ein strukturelles Defizit resultierend aus den geringen Steigerungen der Zuschüsse in den Vorjahren, der aktuellen Kostensteigerung, sowie hohen Tarifabschlüssen. Zwar mildert die Dynamisierung das Problem ein wenig, jedoch ist der Ausgangswert für die prozentuale Steigerung zu gering angesetzt.

Dabei ist die OKJA für viele Kinder und Jugendliche in der Stadt von entscheidender Wichtigkeit: Hier werden sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und der Entwicklung von Fähigkeiten und Fertigkeiten, fernab vom Notendruck, unterstützt.

Hier können sie sich ausprobieren und ihre unmittelbare Umwelt mitgestalten. Hier werden sie ernstgenommen, können sie sich einbringen und teilhaben.

„Die Einrichtungen der OKJA bieten den Heranwachsenden Frei-, Spiel- und Lernräume, die sich die jungen Menschen freiwillig und selbstbestimmt erschließen, hier finden Bildung und Entwicklung im eigenen Tempo statt“, so Rainer Laackmann, Leiter der Offenen Tür im Nachbarschaftsheim Wuppertal.

„Wuppertal verfügt glücklicher Weise über 46 Einrichtungen offener Arbeit, davon 29 freier Trägerschaft. Dies ist ein hohes Gut. Denn gerade die Anzahl, Unterschiedlichkeit und Vielfalt an Einrichtungen ist für Wuppertal wichtig. Kurze Beine bedürfen kurzer Wege, so finden Kinder und Jugendliche ihre Einrichtung im Sozialraum, in unmittelbarer Nähe. Wenn diese wichtige soziale Infrastruktur einmal verloren ist, wird sie nicht wieder herstellbar sein.“; erklärt Andrea Hedemann aus dem Beirat der Jugendfarm.

Gerade in einer Stadt in der 29,7% der Kinder und Jugendlichen von Armut betroffen sind, bietet Offene Kinder- und Jugendarbeit eine Chance zur sozialen Teilhabe und soziale Ungleichheiten zu mildern.

Daher haben die freien Träger der Offenen Kinder- und Jugendarbeit einen Antrag auf Erhöhung der Betriebskostenzuschüsse – noch vor der nachgeschalteten Dynamisierung – gestellt. Um das beschriebene Defizit auszugleichen, bedarf es einer Erhöhung des Sockelbetrages um 10%. Diese Erhöhung der Zuschüsse würde den Haushalt der Stadt mit ungefähr 180.000€ belasten, und ermöglichen, diese wichtige Arbeit fortzusetzen.

In den letzten Wochen haben die Träger in unterschiedlichen Formaten politische Vertreterinnen und Vertreter über ihre Nöte informiert und hoffen auf breite Unterstützung durch die Politik. In Wuppertal bieten insgesamt 46 Einrichtungen der Offenen Arbeit Kindern und Jugendlichen Angebote zur Freizeitgestaltung. 29 dieser Einrichtungen sind in freier Trägerschaft. Offene Angebote sind niederschwellig, freiwillig und kostenlos. Im Zentrum stehen Kinder und Jugendliche, ihre Belange, Wünsche und Träume. OKJA ist ein wesentlicher Baustein außerschulischer Bildung,

wichtiges Erfahrungsfeld für Demokratie und Engagement. „Sie bieten“ muss „Sie bietet“ (nämlich die OKJA) eine Basisversorgung als grundlegende Resilienzförderung, ist Schutzraum für Kinder und Jugendliche.

Der Antrag auf Betriebskostenzuschusserhöhung wurde im Jugendhilfeausschuss am 13.02.24 erneut eingebracht.

Nun ist die Politik gefragt, um den Antrag in den Haushalt einzubringen und die Zukunft der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Wuppertal zu sichern.

PM Caritasverband Wuppertal/Solingen e.V.

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