Offener Brief zum Osterholz-Streit von FFF

Der Wald am Osterholz zwischen Vohwinkel und Dornap (Foto: Epsolin - CC BY-SA 3.0)

Die Wuppertaler Sektion von „Fridays For Future“ (FFF) hat sich in einem Offenen Brief an die Kalkwerke Oetelshofen zur Entwicklung am Osterholz geĂ€ußert. Hier soll bekanntlich ein WaldstĂŒck gerodet werden, um Abraum aus einer Kalkgrube zu deponieren.

Wir veröffentlichen den Offenen Brief hier im Wortlaut:

„Sehr geehrter Till Iseke, sehr geehrtes Team der Kalkwerke Oetelshofen,

wir wenden uns heute sorgenvoll im Hinblick auf die Entwicklung rund um das Osterholz und Sondierungen des KampfmittelrĂ€umdienstes an Sie. Ganz bewusst werden wir die inhaltliche Diskussion rund um die Rodung und Alternativen in diesem Brief nicht weiterfĂŒhren.

Wir sorgen uns um die Gesundheit derer, die sich bei einer RĂ€umung im Osterholz aufhalten wĂŒrden. Dabei geht es nicht nur um das Wohlbefinden der Aktivist*innen, die bei einer RĂ€umung in den Wald kommen wĂŒrden und um die Gesundheit der Waldbesetzer*innen, sondern auch um die Waldarbeiter*innen, die Polizist*innen und die Mitarbeiter*innen Ihrer Firma.

Wir sind nicht qualifiziert, um einzuschĂ€tzen, ob in einem WaldstĂŒck die Gefahr von BlindgĂ€ngern vorhanden ist oder auch nicht, aber wenn die Bezirksregierung eine Untersuchung verfĂŒgt, wird es dafĂŒr doch wohl einen Grund geben. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Beamt*innen sich entschieden haben, diese Untersuchung vor den Bauarbeiten oder vor den Rodungsarbeiten anzuordnen. Dabei spielt einzig und alleine die Gesundheit aller Beteiligten eine Rolle. Und es will uns nicht einleuchten, wieso bei der Arbeit mit schwerem GerĂ€t oder beim Aufprall der BĂ€ume auf den Waldboden keine vergleichbare Gefahr bezĂŒglich möglicher BlindgĂ€nger bestehen sollte, wenn es doch fĂŒr den Haldenbau unbedingt geprĂŒft werden muss.

Wir können nachvollziehen, dass es bei einer Entscheidung fĂŒr eine Rodung nun ein Interesse gibt, diese auch möglichst schnell, möglichst noch vor Ende der Rodungssaison, durchzufĂŒhren. Laut Planfeststellungsbeschluss mĂŒsste allerdings der Antrag zur ÜberprĂŒfung auf Kampfmittelfreiheit mindestens 6 Monate vor Baubeginn eingereicht werden. Wie Sie selbst in der heutigen WDR Lokalzeit beschrieben haben, sind die Sondierungen bisher nicht durchgefĂŒhrt worden. WĂŒrden Sie bereits morgen den entsprechenden Antrag einreichen, könnten Sie also frĂŒhestens am 18.07.2022 mit den Bauarbeiten beginnen. Die nĂ€chste Rodungssaison beginnt am 01.10.2022: Sind es diese maximal 2 1⁄2 Monate weiterer Wartezeit wirklich wert, im schlimmsten Fall eine Detonation zu verursachen?

Es geht hier nicht darum, wie die Bezirksregierung entschieden hat und es geht auch nicht darum, wie das Gericht diese Bestimmungen interpretiert hat. Es geht darum, eine RĂ€umung und Rodung möglichst sicher fĂŒr alle Beteiligten zu gestalten. Wir verstehen nicht: Wenn sowieso Sondierungen durchgefĂŒhrt werden mĂŒssen, wieso beauftragen Sie diese nicht vor den Rodungsarbeiten?

Wir hoffen auf Ihre Einsicht und einen Aufschub der Arbeiten bis zur ÜberprĂŒfung durch den KampfmittelrĂ€umdienst. Wir sind – nicht zuletzt durch die guten GesprĂ€che, die wir mit Ihnen in der Vergangenheit fĂŒhren konnten – hoffnungsvoll, dass es zu einer sicheren Lösung kommen wird.

Wir wĂŒrden uns ĂŒber eine RĂŒckmeldung freuen! Vielen Dank fĂŒr Ihre Zeit

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen

Das Team von Fridays for Future Wuppertal“

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