Die irische Billig-Modekette Primark, die demnächst als Ankermieter in das von dem Investor Signature Capital gebaute Gebäude am neuen Döppersberg einziehen wird, scheint es mit dem Verkaufsstart nicht sonderlich eilig zu haben. Zwar gibt es in der Tat noch keinen endgültigen Einzugstermin, doch eines dürfte bereits jetzt schon feststehen: Es wird Bewegung in die Modeketten in Wuppertal kommen. Denn das Geschäft mit den günstigen Klamotten setzt nicht nur klassische Modehäuser unter Druck.

Nach dem Herrenmode-Ausstatter Pohland und der Textilkette Wöhrl musste zuletzt auch SinnLeffers Insolvenz anmelden. Auch das schwedische Textilhandelsunternehmen Hennes & Mauritz (H&M) seit geraumer Zeit mächtig unter Druck.

Nur mit Rabatten könne Hennes & Mauritz derzeit Kleidung verkaufen berichtete jüngst die „Zeit“.  Das zeige sich nun auch in den Umsätzen: Das Unternehmen, das einmal als „Königin der deutschen Einkaufsstraßen“ galt, hatte im ersten Geschäftsquartal bis Ende Februar einen Gewinneinbruch von 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu verzeichnen. Der Kurs fiel von fast 40 Euro pro Aktie 2015 auf nunmehr gut 12 Euro. H&M habe mächtig mit dem Wandel in der Modeindustrie zu kämpfen, wissen Insider, und auch beim Preis ist die Modekette nicht mehr das Maß aller Dinge. Denn: Ketten wie Primark sind noch billiger. 

Stil und Charakter der H&M Ladengeschäfte scheint dem Geschmack und dem Lebensgefühl des jungen Publikums nicht mehr zu entsprechen. So ist es Primark aber auch Mitbewerbern wie Zara wohl gelungen, sich in ihren jeweiligen Shops und im Onlinehandel enger an das Kaufverhalten zu binden. Zudem haben die Iren mächtig an ihrem Image gearbeitet. 2015 wurde das Unternehmen von Greenpeace zum "Detox Trendsetter" für giftfreie Mode ernannt. Und ein Primark-Verhaltenskodex soll ethisches Handeln und ökologische Nachhaltigkeit garantieren.

In Wuppertal möchte sich Primark gerne als „Frequenzbringer für die Elberfelder City“ verstehen.  Was das heißen wird, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall ist es gut möglich, das Einzelhandelsketten, die noch vor Jahren für den Niedergang der beiden Stadtzentren sorgten, nun selbst vor dem Aus sehen.