Am 20. März 2017 fanden Angehörige die Leichen von Christa (88) und Enno Springmann (91) in ihrer Villa in Ronsdorf. Gefesselt, gewürgt und erschlagen. Lange sorgte der Fall für Rätselraten. Drei Monate nach dem Doppelmord nahmen dann in den frühen Morgenstunden des 26. Juni 2017 Polizei und Staatsanwaltschaft den Enkel Benjamin und dessen Freund Ioannis P. (44) fest.

Am 23. März 2018 beginnt nun vor der 1. Schwurgerichtskammer des Landgerichts Wuppertal das Strafverfahren gegen den Enkel und seinen Freund. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem zweifachen Mord aus Habgier vor. Christa Springmann sollen sie zudem heimtückisch, und um eine andere Straftat zu verdecken, getötet haben.

Laut Anklage sollen Christa und Enno Springmann ihren Enkelsohn jahrelang großzügig finanziell unterstützt haben. Vor der Tat befürchtete er aber wohl, dass seine Großeltern die Unterstützung einstellen und ihn, den bisherigen Haupterben, aus dem Testament streichen würden. Gemeinsam mit seinem Geschäftsfreund Ioannis P., der wiederum von dem Angeklagten Benjamin S. finanziell profitiert haben soll, habe der Enkel den Plan gefasst, seine Großeltern zu töten, falls es bei einem Treffen mit ihnen zu einem Streit über diese finanziellen Dinge käme. So die Staatsanwaltschaft.

Nach Streit erdrosselt

Am 19. März 2017, dem Tattag, sollen die Angeklagten laut Anklageschrift gemeinsam zum Anwesen der Großeltern in Wuppertal-Ronsdorf gefahren sein. Zunächst traf sich wohl der Enkel alleine mit seinen Großeltern. Laut Staatsanwaltschaft kam es dann zu dem erwarteten Streit. Währenddessen soll Ioannis P. unbemerkt ins Haus gelangt sein. Dann habe man dem 91-jährigen Enno Springmann in dessen Schlafzimmer einen schweren Gegenstand auf den Kopf geschlagen und ihn anschließend erdrosselt. Ob beide gemeinsam oder nur einer der Angeklagten, muss das Gericht klären.

Anschließend seien der 88-jährigen Christa Springmann in ihrem im oberen Stock gelegenen Arbeitszimmer zunächst schwerste Kopfverletzungen zugefügt worden. Danach habe man die Großmutter mit einem Schal erdrosselt.

Um die Tat wie einen Einbruch aussehen zu lassen, sollen die Angeklagten anschließend das Wohnzimmer durchwühlt und unter anderem eine Vitrine zerstört haben.

Im Falle einer Verurteilung wegen Mordes droht den Angeklagten eine lebenslange Freiheitsstrafe. Die Hauptverhandlung ist öffentlich.