Wer zu den Feiertagen oder über den Jahreswechsel eine Fahrt mit der Deutschen Bahn plant, der sollte sich so rasch wie möglich Tickets besorgen und einen Sitzplatz buchen. Die Bahn ist nämlich jetzt fast täglich bis unters Abteildach ausgebucht. Grund der starken Auslastung sind die nach der Air-Berlin Pleite extrem angestiegenen Preise und das stark geschrumpfte Platzangebot im innerdeutschen Flugverkehr.

Vergleicht man das Preisniveau von September 2017 mit dem von November 2017, dann ergeben sich für aktuelle Flugtickets von Berlin nach Frankfurt zum Beispiel Steigerungen von 60 Prozent. Für die Verbindung München – Düsseldorf sind es sogar bis zu 300 Prozent. Dabei hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr beteuert, das Aus für Air Berlin werde die Ticketpreise nicht nach oben treiben. "Denn der Wettbewerb wird sich in Europa und auch weltweit verschärfen",  erklärte Spohr noch Mitte Oktober gegenüber dem Fernsehsender RTL. "Wir gehen von weiter sinkenden Preisen aus." Gut gebrüllt Löwe!

60.000 Sitze fehlen

Vor dem Hintergrund der Kostenexplosion, streichen viele Unternehmen ihren Mitarbeitern die Flüge. Die müssen jetzt per Bahn durch die Republik zu ihren Terminen reisen. Und selbst die, die noch fliegen dürfen, scheitern. Dem Flugverkehr fehlen derzeit jeden Tag 60.000 Sitze.

Nun doch lieber mit der Bahn. Und dann das: Einstieg Berlin-Hauptbahnhof, erster Halt Südkreuz. Minutenlang steht der ICE, dann die Durchsage: Wer keine Sitzplatzreservierung habe, solle bitte den Zug verlassen. Er sei zu voll, das Sicherheitsrisiko zu hoch. Die Bahn fuhr nicht weiter, bis tatsächlich alle ohne Sitzplatzreservierung, denen zwischendurch auch schon mit der Bundespolizei gedroht wurde, ausgestiegen waren. So beschreibt Focus-Chefredakteur Robert Schneider sein Erlebnis mit einer ausgebuchten Deutschen Bahn.

Also: Besorgt euch schnell noch Tickets, denn auch mit dem Auto macht Reisen im Moment wenig Spaß. Auf den Straßen des Landes blockieren seit Monaten rund 5.000 Baustellen den Verkehr.

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