Seit dem 23. Januar ist Markus Röhrl (55) neuer Präsident der Kreispolizeibehörde Wuppertal – Solingen – Remscheid. Heute nun (26.1.) stellte er sich zum ersten Mal den Fragen der heimischen Medien. Dass der erfahrene Kriminalist nach drei Tagen im Amt  noch nicht mit einem bunten Strauß an Neuerungen aufwarten konnte, dürfte jedoch dabei wohl jedem klar gewesen sein. Er habe ein sehr gut bestelltes Haus übernommen, fasste Röhrl  seine ersten Eindrücke zusammen. Das Besondere aber an der mit rund 1 700 Mitarbeitern ausgestatten Behörde: „Ich habe es gleich mit drei Großstädten zu tun.“ Das habe noch einmal eine besondere Qualität.

So werden die ersten Wochen vorrangig darin bestehen, Zahlenmaterial zu sichten und Gespräche, unter anderem mit den politischen Entscheidern im bergischen Städtedreieck zu führen. Zudem übernimmt er ein eingespieltes Team: „Hier wird jeden Tag professionell gearbeitet und jeder weiß, was er zu tun hat.“ Er werde das Rad sicherlich nicht neu erfinden, so Röhrl. Grundsätzlich aber gelte für seine zukünftige Arbeit: „Wo können wir noch stärker eingreifen und wo können wir noch besser werden. Wir übernehmen gemeinsam Verantwortung für die Sicherheit der Menschen in Wuppertal, Remscheid und Solingen – und zwar jeden Tag.“ 

Rund 100 Einsätze mehr als noch vor gut zwei Jahren stehen dabei täglich auf dem Programm. Rund 30 Prozent mehr als noch vor 10 Jahren und das bei gleicher Personaldichte. „Oft hetzen wir von Einsatzort zu Einsatzort“, erläuterte Röhrl.

Als dritter Mann im Streifenwagen

Der smarte Volljurist, verheiratet und Vater einer Tochter und eines Sohnes, ist übrigens Quereinsteiger. Er habe zwar nach dem Abitur anfangs gleich in den Polizeidienst gehen wollen, habe sich dann aber doch für ein Jura-Studium entschieden. Nach den juristischen Staatsexamina und einem Jahr als Rechtsanwalt wechselte er 1995 direkt in den Polizeidienst. Dort hat er von der ‚Pike auf’ gelernt: „... als dritter Mann hinten im Streifenwagen.“

Nach Leitungsfunktionen in Köln und Bonn war er von 2003 bis 2010 Referatsbereichsleiter im nordrhein-westfälischen Innenministerium. Anschießend baute Röhrl als Abteilungsleiter im Landeskriminalamt zwischen 2010 und 2016 das Cybercrime-Kompetenzzentrum auf. Dann der Wechsel als Kripo-Chef ins Düsseldorfer Polizeipräsidium. Die Frage, wie lange er es denn in Wuppertal aushalten werde, beantwortete er mit einem Schmunzeln: „Solange mich der Minister lässt!“ Aber man wisse ja nie.