Wilde Müllkippen: „Clean Streets“ gegen illegal entsorgte Abfälle im Einsatz

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Seit drei Jahren steigt die Anzahl wilder Müllkippen, die über das Portal „Wilde Kippe“ bei der Abfallwirtschaftsbehörde gemeldet werden können: Altkleider, Reifen, Säcke mit Hausmüll, aber auch gefährliche Abfälle wie Asbest oder Kühlschränke und Elektrogeräte.

Allein dieses Jahr wurden schon 260 Stellen mit illegal abgeladenem Müll gemeldet, 2023 waren es insgesamt 1127 Stellen. Die Entsorgung ist nicht immer sofort möglich – vorab muss erst eine Einschätzung vorgenommen werden, wie die Abfälle zu entsorgen sind: „Wir arbeiten hier mit Clean Streets zusammen, einem Projektträger der Suchtberatung, der sich ursprünglich darum gekümmert hat, Spielplätze sauber zu halten. Inzwischen hat Clean Streets sein Aufgabengebiet um die Beseitigung der wilden Kippen erweitert“, berichtet Umweltdezernent Frank Meyer.
An manchen Stellen kommt es vor, dass nach der Reinigung gleich wieder Müll abgelagert wird. Es gibt Depotcontainerstellplätze, wo mehrfach im Monat große Mengen anfallen. Dabei wäre das nicht nötig, denn in Wuppertal gibt es Abgabemöglichkeiten auf den Recyclinghöfen für Haus- und Sperrmüll. Auch samstags können dort Abfälle entsorgt werden.

Wer bei der illegalen Entsorgung erwischt wird, wird zur Kasse gebeten – im letzten Jahr wurden 650 Ordnungswidrigkeiten festgestellt. Mehrfach wurde eine Summe von 5.000,- Euro verhängt, in einem Fall sogar 7.000,- Euro, da ein Betrieb seine Abfälle immer wieder neben den Containern abgelegt hatte.
Aber auch wenn Abfallbehälter ständig überfüllt werden, drohen Strafen: Wenn man mit seinem Restabfallvolumen nicht auskommt, gibt es dafür speziell zugelassene Restabfallsäcke, die man kaufen kann, oder aber es muss ein größerer Restmüllbehälter aufgestellt werden. Denn ansonsten zahlt die Allgemeinheit für die überfüllten Müllbehälter, daher werden hier Bußgelder verhängt.

Die Entsorgung kostet Geld: Personal bei Clean Streets, das aufwendig die achtlos weggeworfenen Sachen einsammeln muss; bei der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) gibt es allein drei Mülldetektive und zwei Mitarbeiter, die die Tatbestände aufnehmen. Und bei der Stadt kümmern sich zwei Mitarbeiter bei der unteren Abfallwirtschaftsbehörde um die wilden Kippen und die damit verbundenen Ordnungswidrigkeiten.
Die Entsorgungskosten der wilden Kippen bei der Stadt Wuppertal haben sich vervierfacht, denn die zu beseitigenden Müllmengen sind massiv gestiegen. Allein bei Haushaltsentrümpelungen gab es Ablagestellen mit sieben Tonnen Sperrmüll. Zum Vergleich: In einem Müllwagen passen in etwa zehn Tonnen Abfälle.

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