Der Tourismus in unserer Stadt soll florieren. Zur Attraktivität gehört selbstverständlich eine ansprechende Gastronomie, die die Gäste natürlich auch draußen genießen möchten. „An der frischen Luft zu sein rückt im Rahmen von Gesundheit, Regionalität und Nachhaltigkeit verstärkt in den Fokus“, sagt Isabel Hausmann, stellvertretende Geschäftsführerin des Dehoga Nordrhein e.V. gegenüber der neusten Ausgabe des IHK-Magazins Bergische Wirtschaft. „Daher ist es für Gastronomen wichtig, Tische und Stühle rauszustellen. Aber rechnen muss es sich auch.“

Nur das fällt manchem Gastonomen in unserer Stadt schwer. Mit einer Sondernutzungsgebühr von 9,70 Euro pro Tag und Quadratmeter in bester Innenstadtlage ist Wuppertal zweitteuerste Stadt in NRW. Selbst Düsseldorf ist mit 8,80 Euro preiswerter. Und das will ja schon was heißen. Spitzenreiter ist Bonn mit 13,20 Euro.

Achim Brand, Inhaber des Café du Congo, hat seine Sondernutzungsphase für 2018 gesplittet, für seine zwei Anträge fiel demnach die doppelte Verwaltungsgebühr an, erzählte er der Bergischen Wirtschaft. Für ihn sei die Außengastronomie mit Blick auf die Einnahmen ein Muss. Für jeden der 32 Quadratmeter in seiner B-Lage an der Luisenstraße zahlt Brand 6,10 Euro pro Tag. „Eine immense Belastung.“ Sein Wunsch? „Entgegenkommen seitens der Stadt.“ Zum Beispiel in Form einer Kernzeit mit Spielraum drumherum. „Wer vor Mai oder nach September mit Außengastro das Stadtbild verschönern will, könnte das gebührenfrei tun dürfen.“ 

Doch es gibt auch Gastronomiebetriebe, bei denen es sich rechnet: Nach Recherchen der Bergischen Wirtchaft läuft das Draußen-Geschäft zum Beispiel an der Herzogstraße, trotz Gebühren gut. „Man muss mitmachen“, bestätigte Sausalitos-Betriebsleiter Marc Sonneborn gegenüber dem IHK-Magazin. Und es rechnet sich, belegen die Zahlen der vergangenen zehn Jahre. Nach Möglichkeit würde er sogar erweitern. 135 Außenplätze hat er heute. Bis zur Öffnung des Restaurants Mio3 gegenüber vor über drei Jahren waren es 450.