Ab Sonntagabend 22 Uhr (16.07.2017) müssen die Wuppertaler wieder ohne Bahnanschluss auskommen. Zwischen dem 16. Juli und dem 30. August fährt kein Zug mehr aus der bergischen Metropole hinaus und keiner mehr hinein. Besonders auf die Pendler kommen in den nächsten sechs Wochen schwere Zeiten zu. Auch wenn die Feriensituation sich sicherlich auf die Verkehrsströme positiv auswirken wird. An normalen Werktagen pendeln rund 60.000 Menschen zwischen Wuppertal und der Landeshauptstadt.

Von dem Ausfall betroffen sind unter anderem die Bahnlinien RE 4, RE 13, RE 7, RB 48, die S-Bahn- Linien S7, S8,  und die S9. ICE- und IC-Züge machen einen großen Bogen um das Bergische Land. Sie werden zwischen Dortmund / Hamm und Köln über das Ruhrgebiet und Düsseldorf umgeleitet. Der Stopp in Solingen, Wuppertal und Hagen entfällt.

Auch diesmal bieten der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und die Deutsche Bahn wieder einen Schienenersatzverkehr (SEV) an. Und nun soll sogar alles besser klappen als bei der ersten Sperrung während der Osterferien: Damals gab es unter anderem zu wenig Busse, zu lange Wartezeiten und viele Verspätungen. Fahrer kannten die Strecken nicht und Ersatzhaltestellen waren schlecht ausgeschildert.

Schon in den vergangenen Tagen waren nun an den betroffenen Bahnhöfen lilafarbene Symbole aufgetaucht, die bei der Suche nach Haltestellen, Bussen und Ausgängen behilflich sein sollen. Die Buslinien des SEV sind diesmal farblich unterschiedlich Farben gekennzeichnet. So sind zum Beispiel die Schnellbusse, die die Linien RE4 und 13 ersetzen sollen, grün gekennzeichnet. Der Schnellbus, der den RE7 ersetzt, ist blau beschildert.

Glaubt man den Verantwortlichen, so sollen etwa 30 000 Fahrten mit einer Gesamtlänge von mehr als einer Million Kilometer den Schienenverkehr zwischen Wuppertal und Düsseldorf, Solingen und Velbert ersetzen. Alle ausführlichen Informationen dazu haben wir euch in einer Grafik zusammengefasst.

Hintergrund der Sperrung ist der nun zweite und letzte Bauabschnitt vor Inbetriebnahme des neuen Elektronischen Stellwerkes in Wuppertal, das am 30. August seine Arbeit aufnehmen soll. Für das moderne Stellwerk hatte die Deutsche Bahn in den vergangenen Jahren nach eigenen Angaben 374 Kilometer neue Kabel verlegt. Dies war nötig, um knapp 400 neue Signale und rund 100 Weichen mit der zentralen Steuereinheit zu verbinden. Das Unternehmen erklärt, 32 Millionen Euro für den Neubau des Stellwerks investiert zu haben.

-ulb-

Quelle: VRR