Wuppertaler Forschende finden neue Fettsäuren in Pflanzenölen

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Ob in Salatdressings, zum Anbraten, Frittieren oder im Kuchenteig – pflanzliche Öle sind eine Hauptzutat bei der Lebensmittelzubereitung. Mit einem Verkaufsvolumen von fast 80 Millionen Litern jährlich und einem Marktanteil von rund 40 Prozent ist Rapsöl das beliebteste Pflanzenöl hierzulande.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Lehrstuhls für Lebensmittelchemie unter Leitung von Prof. Dr. Nils Helge Schebb ist es nun gelungen, bisher unbekannte Fettsäuren in Raps- und Leinsamenöl aufzuspüren. So konnten sie die wenig erforschte Omega-3-Fettsäure „Densipolsäure“ in diesen Ölen eindeutig identifizieren und ihren Gehalt bestimmen. Die Forschenden hoffen dadurch zum Verständnis der Zusammensetzung von Pflanzenölen beizutragen sowie neue Grundlagen für die Untersuchung der Authentizität, sprich der Reinheit von Pflanzenölen zu schaffen.

Pflanzenöle spielen eine wichtige Rolle bei der menschlichen Ernährung, da sie Hauptquelle der essentiellen Fettsäuren Linolsäure (LA) und α-Linolensäure (ALA) sind. Der menschliche Körper kann essentielle Fettsäuren nicht selbst herstellen, sondern muss sie über die Nahrung aufnehmen. Pro Jahr werden weltweit über 215 Milliarden Liter pflanzlicher Öle konsumiert.
„Aufgrund der Relevanz und dem beachtlichen Anteil von Pflanzenölen in der menschlichen Ernährung ist es wichtig, diese Öle möglichst umfassend zu charakterisieren“, erklärt Prof. Schebb. An der Bergischen Uni gehört die Analyse von pflanzlichen Ölen zu den Forschungsgebieten seiner Arbeitsgruppe. Dabei geht es vorwiegend um die Oxidationsprodukte der in den Ölen enthaltenen Fettsäuren, den so genannten Oxylipinen.

In einer aktuellen Studie hat das Team um Schebb gemeinsam mit dem Max-Rubner-Institut in Detmold das Oxylipin-Muster in Leinsamen-, Raps- und Sonnenblumenöl analysiert. Die gefundenen Oxylipine konnten durch Verwendung von authentischen Referenzstandards, die teilweise selbst im Labor synthetisiert wurden, identifiziert werden: „Dabei konnten wir nicht nur bereits bekannte, sondern auch unbekannte Oxylipine – wie die bisher nur wenig beschriebene Densipolsäure – in relevanten Konzentrationen aufspüren“, so Schebb. Erste Untersuchungen ihrer Entstehung legen nahe, dass die Oxylipine unter Einwirkung von Enzymen gebildet werden.
Somit liefert die Studie einzigartige Daten zu den vielfältigen Oxylipin-Mustern in Pflanzenölen und hilft, das Verständnis der Zusammensetzung von Pflanzenölen zu verbessern. In künftigen Studien wollen die Forschenden neben genaueren Untersuchungen der Oxylipin-Bildung auch weiterführende Charakterisierungen der gefunden Substanzen durchführen, um so neue Parameter zur Beurteilung der Ölqualität festlegen zu können.

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