Am 9. November jähren sich die Novemberpogrome zum 79. Mal. In Wuppertal fielen ihnen die beiden großen Synagogen in Elberfeld und Barmen zum Opfer. Das ist der Anlass, warum die Begegnungsstätte Alte Synagoge einen Zeitzeugen zu Wort kommen lässt. Dr. Wolfgang Kotek aus Rotterdam ist am Donnerstag (9. November) um 19 Uhr an der Genügsamkeitstraße zu Gast.

Kotek wurde 1930 in Elberfeld geboren und am 28. Oktober 1938 wie fast alle der rund 17.000 polnischen Juden des Deutschen Reichs an die deutsch-polnische Grenze nach Zbaszyn (Bentschen) deportiert. In den nächsten Tagen wagten Mutter und Sohn Kotek es kaum, sich zu Hause aufzuhalten. Sie besuchten häufig Freunde und Verwandte. Dann brannten die Synagogen, und Luise Kotek versuchte, ihren Sohn in den Niederlanden unterzubringen. Am 16. November verließ Wolfgang Kotek Wuppertal und lebte in der Folge in insgesamt 14 niederländischen Pflegefamilien – zunächst legal, nach dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht im Mai 1940 im Untergrund. Sieben Jahre waren Mutter und Sohn getrennt, dem Vater gelang es im September 1939 von Polen in die Niederlande zu kommen. Durch den Kriegsausbruch war es ihm nicht möglich, nach Polen zurückzukehren. Das rettete ihm vermutlich das Leben. In den Niederlanden überlebte er, wie sein Sohn, im Untergrund.

Das Grußwort zur Veranstaltung spricht Oberbürgermeister Andreas Mucke. Der Eintritt ist frei.