Vor 70 Jahren, in der wirtschaftlich schlechten Zeit nach Beendigung des letzten Krieges, am 18. November 1947, gaben sich Gottfried Halbach und Elisabeth geb. Klein in der Evangelischreformierten Gemeinde Ronsdorfs das „Ja“-Wort zum Bund der Ehe. Bereits im darauffolgenden Jahr machte sich Gottfried Halbach mit seiner zwei Jahre jüngeren Frau in der Echoer Straße, neben dem Anwesen seines Bruders Josua, als Hausbandwirker selbständig. Gottfried Halbach hatte bei seinem Vater die Lehre als Bandwirker absolviert und arbeitete im elterlichen Betrieb. Der Name Halbach und Bandwirken ist für Ronsdorf  ein feststehender Begriff.

Die Eheleute bekamen fünf Kinder und es ist nicht immer leicht gewesen, als Hausbandwirker den Unterhalt für die Familie zu sichern. Eine Zeit der Höhen und Tiefen, wenn die Webaufträge für die Bänder nicht regelmäßig eingingen. Die Halbachs haben es jedoch mit viel Energie gemeinsam geschafft.
Nach einer  2. Lehre in der Firma Johannes Rauner, mit Meisterprüfung als Rietmacher machte er sich 1958 in der Kurfürstenstraße nochmals selbständig (das Riet – ursprünglich aus Schilfgras/Ried hergestellt – ist ein kleiner Metallrahmen mit dünnen Rietstäben durch die der Faden auf dem Bandstuhl geführt wird).
Im April 1989 bildete sich in Ronsdorf um die Bandwirker Josua und Gottfried Halbach ein Arbeitskreis, der ermöglichte, in der ehemaligen „Bandwirkerschule“ ein Museum zu errichten, in dem das Bandwirken gezeigt wird. Trotz der nicht leichten Tätigkeit in der Bandwirkerei sangen die Eheleute Halbach seit seiner Gründung aktiv im Kirchenchor der Evangelischreformierten Gemeinde.

Bei allem, was mit dem Bandwirken in Ronsdorf im Zusammenhang steht, sind die Eheleute Halbach zu finden. Während Elisabeth Halbach jede Woche im Bandwirker-Bad ihre Runden schwimmt, geht Gottfried ins Bandwirkermuseum zu seinem Arbeitskreis der Bandwirker. Hier hat der 95-jährige gezeigt, wie an einem Spinnrad der Faden entsteht, der anschließend auf dem Bandstuhl verarbeitet wird. Am Samstag (18.11.) wird die Gnadenhochzeit der Halbachs ab 15 Uhr mit einem Gottesdienst in der Reformierten Kirche und einem anschließenden Empfang gefeiert. -kf