Die Wirtschaftsförderung Wuppertal schafft eine zentrale Anlaufstelle für die Entwicklung der Innenstadt. Dominic Becker soll als Citymanager die Attraktivität der Elberfelder City steigern und Herausforderungen aktiv angehen.
Mit Dominic Becker hat Wuppertal erstmals einen Citymanager, der sich seit Anfang Januar ausschließlich auf die Entwicklung der Innenstadt konzentriert. Unter dem offiziellen Titel „Projektmanager Einzelhandel und Innenstadt“ übernimmt er eine zentrale Schnittstellenfunktion zwischen den Händlern, der Verwaltung, den Wuppertaler Stadtwerken (WSW) und anderen relevanten Akteuren. Ziel ist es, die Innenstadt nicht nur optisch und funktional aufzuwerten, sondern auch als wirtschaftliches und soziales Zentrum zu stärken.
Erfahrung und Vernetzung als Schlüsselqualifikationen
Die Wahl auf Dominic Becker fiel nach einem umfangreichen Auswahlprozess, bei dem sich zahlreiche Bewerber aus Wuppertal und anderen Regionen beworben hatten. Eva Platz, die neue Vorständin der Wuppertaler Wirtschaftsförderung, begründet die Entscheidung: „Dominic Becker kennt die Innenstadt und alle relevanten Akteure bereits bestens. Dank seiner bisherigen Arbeit ist er hervorragend vernetzt.“
Becker war zuvor bereits bei der Wirtschaftsförderung tätig und betreute Projekte wie „Innenbandstadt“ und „Stadtwärts.sichtbar.gründen“. Mit diesen Initiativen setzte er sich unter anderem dafür ein, leerstehende Ladenlokale durch vergünstigte Vermietung an junge Unternehmen und Start-ups wiederzubeleben. Diese Aufgaben hat er nun abgegeben, um sich vollständig seiner neuen Rolle widmen zu können.
Klares Mandat: Herausforderungen der Innenstadt lösen
Die Aufgaben Beckers sind vielfältig: Neben der Reduzierung von Leerständen und der Verbesserung der Zusammenarbeit mit Immobilieneigentümern soll er Themen wie die Organisation von Veranstaltungen, die Müllentsorgung und die Koordination bei Baustellen übernehmen. Dabei fungiert er nicht nur als Vermittler, sondern auch als Ideengeber, der gemeinsam mit den Akteuren vor Ort nachhaltige Lösungen erarbeitet.
„Die Innenstadt ist das Aushängeschild für Wuppertal. Ihre Attraktivität wirkt sich direkt auf die Lebensqualität der Bürger und den Erfolg der Unternehmen vor Ort aus“, betont Eva Platz. Besonders die Elberfelder Innenstadt kämpft aktuell mit Herausforderungen wie veralteten Immobilien, baulichen Beeinträchtigungen und einer insgesamt sinkenden Aufenthaltsqualität.
Positive Rückmeldungen aus der Geschäftswelt
Die Einführung des Citymanagers stößt insbesondere bei der Interessengemeinschaft der Elberfelder Geschäftswelt (IG 1) auf Zustimmung. „Wir haben uns lange für eine zentrale Anlaufstelle zwischen Handel und Verwaltung eingesetzt. Mit Dominic Becker kann die Kommunikation nun effektiver gestaltet werden“, erklärt Matthias Zenker, Vorstand der IG 1. Er sieht in der Besetzung der Position eine Chance, zentrale Themen wie Innenstadtkonferenzen und Lenkungskreise voranzubringen.
Zenker lobt zudem Beckers lokale Erfahrung und bestehende Kontakte: „Es war entscheidend, dass die Person auf diesem Posten die örtlichen Gegebenheiten kennt und schnell handlungsfähig ist. Becker erfüllt diese Voraussetzungen in besonderem Maße.“
Ein Konzept mit langer Vorgeschichte
Die Idee eines Citymanagers in Wuppertal ist nicht neu. Bereits vor über zwei Jahrzehnten brachte der damalige CDU-Politiker Ralf Geisendörfer ein entsprechendes Konzept in die politische Diskussion ein. Auch 2011 gab es mit Dirk Schüller einen „Elberfeld-Manager“, dessen Aufgabe es war, zukunftsorientierte Konzepte für die Innenstadt zu entwickeln. Beide Ansätze scheiterten jedoch an mangelnder Finanzierung und langfristiger Unterstützung.
Im Frühjahr 2024 beauftragte der Wuppertaler Stadtrat die Wirtschaftsförderung, die Stelle eines Citymanagers zu schaffen. Der Antrag, der von SPD, CDU, Grünen und FDP gemeinsam eingebracht wurde, sieht die Position als zentralen Bestandteil einer umfassenden Strategie zur Stärkung der Innenstädte.
Ein Neuanfang für die Innenstadt
Mit Dominic Becker soll nun ein neuer Anlauf unternommen werden, die Elberfelder Innenstadt zu beleben und langfristig zu stärken. Die Erwartungen an den neuen Citymanager sind hoch, doch mit seiner Erfahrung und seinem Netzwerk gilt er als bestens geeignet, diese Herausforderung zu meistern. „Die Wuppertaler Innenstädte haben großes Potenzial, und wir sind überzeugt, dass Herr Becker dazu beitragen wird, dieses zu entfalten“, resümiert Eva Platz.