Wuppertal. Die geplante künstlerische Neugestaltung der Stützwand am Briller Kreuz unterhalb des Bethesda-Krankenhauses sorgt weiterhin für Diskussionen. Während die Sanierung der Wand nach jahrelanger Verzögerung inzwischen voranschreitet, bleibt die Frage nach der zukünftigen Gestaltung offen.
Sanierung nach langer Wartezeit in Gang gesetzt
Bereits seit 2014 ist bekannt, dass die Stützwand erhebliche Schäden aufweist. Finanzierungsprobleme führten jedoch dazu, dass notwendige Maßnahmen immer wieder verschoben wurden. Erst jetzt, nach über einem Jahrzehnt, wird die Mauer instand gesetzt – mit einem möglichen Abschluss der Arbeiten im Mai.
Noch keine Entscheidung über künstlerische Gestaltung
In einer aktuellen Mitteilung ließ die Stadt verlauten, dass über das endgültige Erscheinungsbild der Wand noch nicht entschieden sei. Die Bezirksvertretung wird sich mit dem Thema befassen, allerdings steht es für die kommende Sitzung noch nicht auf der Tagesordnung.
Fest steht bereits, dass der Verein Urbaner Kunstraum nicht an dem Projekt beteiligt sein wird. Da der Verein bei seinen Kunstwerken einen direkten Bezug zu den Menschen im Umfeld herstellt, passe die Stützmauer nicht in dieses Konzept. Zudem seien für eine künstlerische Gestaltung dieser Art keine Fördermittel vorgesehen.
Malerinnung signalisiert Interesse – aber es fehlen konkrete Pläne
Oliver Conyn, Obermeister der Malerinnung Wuppertal, erneuerte seine Bereitschaft, sich mit seinem Team an der Gestaltung der Wand zu beteiligen. Bereits 2021 hatte er vorgeschlagen, das Projekt mit Auszubildenden umzusetzen. Allerdings betonte er, dass ein solches Vorhaben sorgfältige Planung und eine gesicherte Finanzierung erfordere. Bislang habe die Stadt hierzu jedoch noch keine Gespräche aufgenommen.
Allein die Materialkosten für eine Neugestaltung der rund 500 Quadratmeter großen Fläche wurden bereits vor vier Jahren auf etwa 5000 bis 6000 Euro geschätzt – angesichts gestiegener Preise könnte dieser Betrag inzwischen um bis zu 40 Prozent höher liegen. Auch Fragen zur Gerüststellung und weiteren organisatorischen Aspekten seien noch ungeklärt.
Historisches Wandbild einst größtes Mural der Stadt
Die Stützwand wurde 1971 errichtet und vier Jahre später mit einem großformatigen Wandbild versehen. Die Gestaltung basierte auf einem Entwurf des damaligen Schülers Martin Dietz, der das Motiv im Kunstunterricht des Gymnasiums Vohwinkel entwickelte. Unter dem Titel „Die Entwicklung der Erde“ stellte das Werk die biblische Schöpfungsgeschichte in sieben Ebenen dar. Mit einer Länge von 73 Metern und einer Höhe von bis zu 9,5 Metern galt es lange als das größte Wandgemälde Wuppertals.
Ob und in welcher Form die künstlerische Tradition der Stützwand fortgeführt wird, bleibt vorerst offen. Die endgültige Entscheidung liegt bei der Bezirksvertretung, deren weitere Beratungen dazu abgewartet werden müssen.
Unklare Zukunft der Stützwand-Gestaltung am Briller Kreuz
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